Montag, 8. Juli 2013

Eine Geschichte von der Gewalt - von Frauen gegen Frauen





"Über­ge­wich­tige brau­chen keine Diät son­dern eine Differenzialdiagnose"


///Udo Pollmer



Zur Diskussion: Ein Interview mit Udo Pollmer, Lebensmittelchemiker.



Ich bin ein Hobbit. Nicht ganz so klein, aber schaut mich an. Für etwas anderes als einen Hobbit würde ich als Körperdouble kaum taugen. Das ist, wenn man tatsächlich ein Hobbit ist, sicher kein Problem. Hobbits haben nämlich keine Gewichtsprobleme - denke ich. Zumindest habe ich noch nie etwas davon gehört. lediglich Gollum stichelt den "fetten Hobbit" dahingehend. Auf eine sehr - nennen wir es direkte Art und Weise. Ich hingegen muss mich deutlich öfter mit diesem Thema auseinandersetzen. Es gibt wenige Tage an denen das Gewicht nicht in irgendeiner Form auf den Tisch kommt. Wenn ich jedesmal einen Cent dafür bekommen würde, wenn einer fragt ob ich abgenommen habe... Aber jetzt mal zum Punkt. Wie kann ich denn richtig abnehmen?

Das Thema Ernährung und Diäten ist allgegenwärtig und neue Ernährungskonzepte schießen wie Pilze aus dem Boden. Jeder Experte hat seine Meinung und leider unterscheiden sich diese Meinungen zum Teil gravierend. Wer wirklich abnehmen will muss sicher drei verschiedene Studiengänge belegen, um alle Vorgehensweisen zum Abnehmen bewerten zu können und ob er am Ende schlauer ist kann auch keiner sagen, weil sich in den vergangen Jahrzehnten kein Konzept wirklich durchgesetzt hat, sonst würde die Diskussion um das Thema Abnehmen sicher anders aussehen. Ich kann leider nicht sagen welches Konzept etwas taugt oder nicht und bin auf die Meinung von Fachleuten angewiesen. Welchem Fachmann glaube ich aber jetzt? Ich habe keine Ahnung, aber kürzlich ist mir das Interview der Effilee mit Udo Pollmer in die Hände gefallen und was ich las war sicher sehr radikal, kritisch und provokant, aber unter dem Strich muss ich ihm in vielen Punkten Recht geben und möchte gerne glauben, dass es der Wahrheit sehr nahe kommt.

Klar brauchen Übergewichtige eine Differentialdiagnose und natürlich muss jeder Mensch individuell betrachtet werden und es können keine allgemeingültigen Vorgaben zum Abnehmen gegen werden, wie es viele Fachleute und Produkte suggerieren. Genauso wenig kann man aber einen ganzen Berufsstand wie die Ernährungsberater über einen Kamm scheren und ihnen eine solche Boshaftigkeit vorwerfen, wie es Herr Pollmer in diversen Interviews tut.

Zwiegespalten bin ich bei folgender These, die sich in meinen eigenen Worten wie folgt anhört: Jeder sollte das essen, was der Körper einem vorschreibt. Vom Grundgedanken macht das für mich Sinn. Wenn der Körper mir sagt, dass er Hunger auf Kartoffeln hat will er Kohlenhydrate zu sich nehmen, wenn mir mehr nach Putenfleisch ist braucht er wohl eher größere Mengen Eiweiss. Die Idee scheint mir vernünftig, nur setzt sie voraus, dass eine gewissen Basis an Informationen im Hirn vorhanden ist, welches Lebensmittel welche Bedürfnisse am besten befriedigt. Die Ernährung in meinem Leben war sicher relativ abwechslungsreich und ausgewogen, weshalb eine geunde Basis an Informationen sicher vorhanden ist. Trotzdem weiss ich nicht, ob ich wirklich in der Lage bin richtig zu interpretieren, was mein Körper heute Abend essen will. Sollte diese Interpretation gesichert sein ist das Konzept für mich schlüssig. Problem Nummer zwei ist dann die breite Informationsbasis, die der Körper dafür braucht. Bei mir bin ich wie gesagt relativ sicher, dass eine solche Basis gegeben ist. Wenn ich mir aber anschaue, dass viele Kinder eine Banane nicht von einer Kirsche unterscheiden können, geschweige denn beides schon mal probiert haben bezweifle ich, dass der Körper die richtigen Signale aussenden kann. Er muss sich darauf stützen, was der kleine Mensch in seinem Leben zum Essen bekommen hat und diese Palette ist oft sehr klein. Was meint ihr dazu?

Kommentare:

  1. Ich bin mir sicher, dass der (heutige) Mensch die Signale, die der Körper sendet, nicht richtig interpretieren kann.
    Neben den Punkten, die du genannt hast, denke ich, dass man einfach auch oft nicht die Zeit dazu hat, sich mit dem Hunger auseinanderzusetzen. Ich kenne das von mir selber: Es gibt Tage, da esse ich einfach so unglaublich viel. Mein Körper hat an diesen Tagen ein Bedürfnis und ich teste mehr oder minder den ganzen Kühlschrank aus, bis ich heruasgefunden habe, auf was mein Körper Lust hat.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Einmal quer durch die Speisekammer futtern klingt nach einer Menge Spaß, aber bestätigt wohl die Theorie, dass man seinen Körper nur bedingt versteht.

      Löschen
  2. BlakkmambaJuli 10, 2013

    Ich lese Pollmer schon seit Jahren und finde seine radikalen Aussagen deswegen gut, weil sie geeignet sind, die Leute zum Nachdenken und zur Reflektion der eigenen Ernährungsgrundsätze anzuregen. Ich teile nicht alle seine Meinungen, aber doch recht viele.
    Zum Thema Gewichtsreduktion: ich glaube, dass Pollmer recht hat, wenn er sagt, dass gerade eher pyknisch veranlagte Menschen im entspannten Zustand abnehmen, auch wenn sie nicht fettarm essen. Was aber in diesem Interview mal wieder gar nicht vorkam: egal was Du isst: Du wirst schlanker und fitter, wenn Du Dich regelmäßig bewegst. Der Ansatz zur Gewichtsreduktion (falls gewünscht) geht auch meiner Meinung nach nie übers Essen, sonder immer über das zusätzliche Maß an Bewegung.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Recht hast du. Viel zu oft wird nur auf den Input geschaut, auf das, was wir essen und in welchen Mengen. Bewegung ist das A und O und nicht nur hilfreich ein wenig abzupfunden.

      Löschen
  3. Mir gefällt das Interview sehr, weil es Freiheit vermittelt. Für mich. Und die ist den Menschen beim Thema Ernährung ja schon längt vergangen. Kinder lernen von klein auf, was angeblich gesund sein soll, was nicht, wie sie aussehen sollten (schlank) und wie bloß nicht(dick) und was sie damit zu einem 'guten' menschen macht und was nicht. da soll der teller aufgegessen werden, da soll nicht so viel süßes gegessen werden, da wird sich hier eingemischt und da eingemischt.
    all das führt meiner meinung nach dazu, dass so gut wie jeder schon sehr früh verlernt auf seinen körper zu hören. ich zumindest habe das verlernt und mich beschäftigt das seit einiger zeit das wieder zu lernen. denn angelegt ist das glaub ich in jedem. zudem gilt dann ja noch zu gucken, aus welchen gründen man essen möchte. ist es wirklich körperlicher hunger oder seelischer hunger...
    ich glaube auch daran, dass sich der körper dann auf ein gewicht einpendelt, mit dem es gut ist. ob das nun besonders schlank ist oder hobbitähnlich. wäre doch toll, wenn endlich anerkannt würde, dass menschen verschieden sind und auch verschieden aussehen dürfen..

    AntwortenLöschen
  4. Man sollte sich einmal die erste Folge Doctor Who mit Matt Smith ansehen.
    Manchmal braucht der Körper eben Fish Fingers and Custard.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hört auf den Dodo! (Auch wenn die ja bekanntlich ausgestorben sind...)

      Löschen
    2. Yes!! Eine Antwort. Und dann noch eine gute. Dodos haben immer recht. Obwohl, besonders helle sind sie nicht. Ich möchte dazu auch Jasper Fforde ans Herz legen, der kennt sich mit Dodos aus.
      Im übrigen: Ich schätze eure Videos sehr. Nicht nur, weil ich von der Zunft bin.
      Den Lemon Curd habe ich kürzlich nachgebaut. Ganz großes Kino.
      Viele Grüße vom Dodo

      Löschen
    3. Und gleich noch eine Antwort, denn die erste lies nur so lang auf sich warten, weil ich im Urlaub war. Ürbigens in England, wo ich in einem Secondhand Bookshop in Oxford ohne Geld in meiner Tasche den ersten Band aus Jasper Ffordes Thursday Next Reihe in der Hand (und diesen für spannend) hielt, die mir bis dahin jedoch nicht bekannt war und mir, bis zu dem Augenblick, als ich eben gerade nachschlug, wer denn der von dir angepriesene Herr ist, entfallen war, ich sie jetzt aber anfangen möchte zu lesen.
      Yay, danke!
      Und danke auch für das Kompliment für unsere kleine Show.
      Mit den besten Grüßen zurück.

      Löschen
    4. Schöner Zufall.
      Die Bücher sind... ach, einfach lesen. Unbedingt. :)

      “Books may look like nothing more than words on a page, but they are actually an infinitely complex imaginotransference technology that translates odd, inky squiggles into pictures inside your head.”

      Löschen

Auch anderer Meinung als Jim? Hinterlass einfach deinen Kommentar.

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...