Montag, 18. Juli 2011

15 Lieblingsfilme

Das Internet verlangt mal wieder fünfzehn. Nachdem ich vor kurzem ja versucht habe meine 15 Lieblingsbücher zusammenzustellen, spiele ich natürlich auch gern das Spiel von Owley mit und versuche mal eine Liste meiner 15 liebsten Filme zusammenzustellen, aus welchen dann wiederum - weil das Internet ja trotz unendlichen Weiten doch eher konservativ ist - eine Top100 werden soll. Fand ich die 15 Bücher schon schwer, grenzt das hier an Unmöglichkeit. Um irgendwie arbeiten zu können, habe ich mir auferlegt, jeweils nur einen Film pro Regisseur aufzunehmen, auch wenn vorallem bei den Herren Tarantino, Anderson, Coen und Coen dabei Probleme entstanden. Dennoch, hier frei zur Diskussion und in willkürlicher Reihenfolge, meine Top15. Stand: heute.

15 Lieblingsfilme
(via)

Coen Brothers - "No Country For Old Men"
Einen hier zu picken ist fast unmöglich. Ich mag Fargo sehr und schätze natürlich auch den Dude aus Big Lebowski. Brad Pitt als Fitness-Junkie in Burn After Reading ist eine Klasse für sich, ebenso Jeff Bridges als Rooster Cogburn in True Grit. Dennoch wähle ich den ruhigen und erzählerisch gechickten Namensgeber unserer Küche.

Quentin Tarantino - "Kill Bill"
Ich bin eigentlich der Ansicht, dass Tarantinos Erstling Reservoir Dogs aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Mittel und der cleveren Inszenierung, sein bester ist. Ich bin eigentlich der Meinung, dass Pulp Fiction, der Nachfolger, aufgrund des nachhaltigen Einflusses auf die Entwicklung der Erzählweise von Filmen seit diesem Zeitpunkt sein bester ist. Ich bin letztlich aber der Ansicht, dass Kill Bill als Doublefeature unschlagbar bleibt, und ich mindestens einmal im Jahr das Bedürfnis habe ihn zu gucken und dabei immer wieder begeistert bin.

Wes Anderson - "Fantastic Mr. Fox"
Anderson trifft nicht nur ganz genau meinen Sinn für absurden Humor, sondern vereint in seinen Filmen meist auch noch zwei meiner Lieblingsschauspieler; Bill Murray und Jason Schwartzman. Darjeeling Limited und Life Aquatic würden es eigentlich auch noch in diese Liste schaffen, aber aufgrund der 1-Regiseur-1-Platz-Regel müssen sie draußen bleiben. Weshalb Mr. Fox? Weil er so liebevoll inszeniert ist. Weil er originelle Charaktere hat (Bill Murray!). Weil er so verpsielt ist. Weil er FANTASTISCH ist.

Jim Jarmusch - "Coffee And Cigarettes"
Und noch einer der Regisseure, der gleich mit mehreren Werken - Night On Earth, Ghost Dog, Broken Flowers (Bill Murray!) - einziehen könnte, mein Herz aber mit diesen wunderschön schlicht inszenierten Episoden-Filmen erobert hat. (Beinahe) jeder Beitrag weiß zu begeistern, und die Auswahl an Darstellern (Bill Murray!) und die jeweiligen Konstellationen sind großartig.

Peter Jackson - "The Lord Of The Rings"
Hände runter, hier gibt es es keine Überraschungen. Ich habe den Ringkrieg das erste Mal in der achten oder neunten Klasse gelesen und seit dem öfter als ich Finger habe. Die Inszenierung von Jackson lässt vieles, wirlick vieles Vermissen und macht einige Dinge, die ich mir so nicht unbedingt gewünscht hätte. Darüber hinuas ist sie so episch wie die Bücher selbst.

Wayne Wang / Paul Auster - "Smoke"
Wunderschöner Episodenfilm, deren einzelnen Geschichten in einem kleinen Tabakladen in Brooklyn zusammenlaufen, dessen Besitzer Auggie Wren (Harvey Keitel) eines der ambitioniertesten und leidenschaftlichsten Hobbies der Filmgeschichte hat.

Akira Kurosawa - "Die Sieben Samurai"
Eine großartige Erzählung in fantastischen Bildern eingefangen. Die Langsamkeit, in der sich die Geschichte entfaltet, die Zeit, die Kurosawa den Charakteren zur Entfaltung gewährt ist heute eine Seltenheit.

David Fincher - "Fight Club"
Selten waren Brad Pitt und Edward Norten besser als in dieser düsteren und beachtlich inszenierten Interpretation des gleihnamigen Romans von Chuck Palahniuk.

Christopher Nolan - "The Dark Knight"
Hier geht es nicht nur darum einen Film aus Nolans Schaffen auszuwählen - The Prestige wäre die zweite Wahl gewesen -, sondern auch eine wirklich gelungene Comic-Adaption zu preisen - zweite Wahl wäre hier Iron Man. Super gespielt von allen Beteiligten, fulminant umgesetzt vom Regisseur.

Steven Spielberg - "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug"
Besser war Indie nie, als hier im Zusammenspiel mit seinem Vater, großartig kauzig gespielt von Sean Connery. Die beiden Vorgänger sind Schmankerln, um den dritten richtig genießen zu können, während der vierte überflüssiger Mumpitz war.

Jean-Pierre Jeunet - "Die fabelhafte Welt der Amelie"
So wunderbar verspielt und detailverliebt war selten ein Film und der hier hat sich nachträglich ins Gedächtnis gebrannt. Zusätzlicher Pluspunkt für die wunderbare Filmmusik.

Alexander Payne - "Sideways"
Paul Giamatti in einer seiner besten Rollen als neurotischer und am eigenen Anspruch scheiternder Weingenießer, der seinem besten freund, einem abgehalfterten B-Serien-Star, einen angemessenen Jungensellenabschiedsurlaub bieten möchte.

Richard Curtis - "Tatsächlich... Liebe"
Keine Vorweihnachtszeit ohne Tatsächlich Liebe. Das ist einer der gelungenen romantischen Komödien, die den Spagat zwischen Frauenfilm-Schnulze und Männerhumor schaffen und ohne Brüche und Aufwand beide Geschlechter bedienen können. Die Besetzung lässt dabei übrigens kaum etwas zu wünschen übrig.

Jared Hess - "Napoleon Dynamite"
Napoleon Dynamite hat unzählige Szenen, die man sich hundert Mal anschauen könnte und ist in seiner eher unspektakulären High-School-Loser-Geschichte so raffiniert komisch und absurd Überdreht, dass

Michael Schorr "Schultze gets the Blues"
Dass sich ein Regisseur wagt einen Film so ruhig verlaufen zu lassen, gibt es selten. Die Geschichte um den kauzigen und workkargen Schulze, der sich plötzlich seiner Welt entfremdet, weil er sich in Zydeco-Musik verliebt, ist trotzdem wunderschön.

Kein Star Wars? Nein, kein Star Wars. Natürlich ist das eine Filmreihe, die ich wirklich mag seit ich klein bin, aber irgendwie ist das schon mehr Nostalgie-Wert. Ich weiß jedenfalls nicht, wann ich das letzte Mal das unstillbare Bedürfnis hatte, einen der Teile zu schauen. Ähnliches gilt für die meisten Filme der großen Alten. Was sonst noch im Gespräch war, zähle ich besser gar nicht auf, dann ist die Top50 schnell voll.

Kommentare:

  1. Schöne Liste, da sind auch einige Lieblinge von mir dabei und andere Filme, die seit Jahren auf meiner Jetzt-schau-sie-dir-halt-an-Liste stehen, so wie Sideways, Napoleon Dynamite und Die Sieben Samurai. :)

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  2. Mag ich, die Liste! Da sind auch einige Filme dabei, die es auch auf meine Top-weißichwieviel-Liste schaffen würden. :)

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  3. Tolle Liste. Für meinen verqueren Geschmack ist aber zu wenig Trash dabei. Ich liebe die Grindhouse-Projekte von Tarantino und Rodriguez - wenn die Hälfte vom Publikum das Kino verlässt, fühle ich mich grad so richtig wohl. ;)

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  4. Also mir fehlen ein paar Filme die in meiner Liste sicher auftauchen würden ... und Tarantino hab' ich nur bei CSI-Las Vegas wirklich gemocht, aber es sind auch Filme dabei die ich ewig nicht mehr gesehen habe und nach denen ich jetzt Sehnsucht habe!
    Frau-Irgendwas-ist-immer
    *schreibt eine Winter-Filmanseh-Liste*

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  5. jemand der smoke kennt und schätzt!

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  6. Jetzt musste ich wein wenig googeln, weil du dich bei mir falsch verlinkst hast, aber ich bin schnell fündig geworden. :)

    Einige Filme wären auch auf meiner Liste gewesen, wenn es z.B. eine Top 30 geworden wär wie z.B. Kill Bill und Fantastic Mr Fox (ich liebe diese Optik, so viel schöner als jeder Pixar-Streifen).

    Andere wiederum stehen auf meiner (ellenlangen) To-Watch-Liste, wi z.B. Napoleon Dynamite und No Country For Old Men (Da habe ich immerhin schonmal die DVD gekauft).

    Von "Smoke" habe ich nie etwas gehört, aber hört sich interessant an. Kommt auch mal auf meine Liste. Danke dafür. :)

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  7. Volle Zustimmung bei "Tatsächlich... Liebe"! Genau wie bei "Kill Bill" als Gesamtwerk (QT's bester Film!), "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug", "Fantastic Mr. Fox", "Die fabelhafte Welt der Amelie" und "Sideways".

    "No Country For Old Men" muss ich mir wohl nochmal anschauen, fand den beim ersten Mal "nur" gut bis befriedigend. Und auch "Napoleon Dynamite" hat mich nicht wirklich gepackt.

    "Coffee And Cigarettes" ist schon seit Jahren auf meiner Must-See-Liste; hoffentlich komme ich irgendwann mal dazu. "Smoke" ist übrigens jetzt auch auf dieser Liste. Hört sich nach einem Film ganz nach meinem Geschmack an.

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  8. Stiller: Napoleon Dynamite ist schon ein seltsamer Film bei dem ich lange während des Schauens stutzte, bis er mich dann irgendwann gänzlich gewonnen hatte. Sieben Samurai ist ganz großes episches Kino, was man sich metaphorisch auf der Zunge zergehenlassen kann. Juno war übriegns einer der Filme, den ich beim Zusammenstellen vergaß. Fällt mir gerade ein, als ich deine Liste durchgesehen habe.

    Andrea: na, dann zeig mal.

    Turbohausfrau: Trash mag ich auch immer mal, aber irgendwie ist das so ein Ding, dass ich mir mal anschaue, aber kein zweites Mal. Das genügt mir nicht für die Liste. Deathproof ist dementsprechend in meinen Augen auch der schwächste Tarantino.

    Frau-Irgendwas-ist-immer: CSI habe ich nie geschaut. Ich weiß sonst nur, dass Tarantino mal eine alte ER Folge geschrieben hat.

    Anonym2: Jap. Und schömn, dass ich da anscheinend nicht ganz allein bin.

    SisterBloom: Seltsam, weshalb ich da so blöd verlinkt habe. Danke aber fürs nachgoogeln. Zumindest einige Regisseure überschneiden sich bei uns ja und ich musste auch feststellen, dass ich so einiges (Malkovich, Vergiss mein nicht) einfach vällig vergessen hatte, als ich zusammensammelte. (Noch ein PS: Sister Bloom angelehnt an die Brothers Bloom?)

    Frost: Daumen hoch für deine Liste. Garden State und High Fidelity standen bei mir auch zur Debatte. NCFOM ist vermutlich so eine Sache. Ich mag neben der Story um die drei alten Hasen viele Kleinigkeiten an dem Film, dass er (fast) keine Musik nutzt, dass er so lange Einstellungen nutzt und dabei so langsam bleibt, obwohl man die Story auch SEHR schnell und hastig erzählen könnte. Gib ihm noch eine Chance. Dass dir Tatsächlich... Libe gefällt finde ich lustig. Bei den anderen findet man vermutlich zügig Mitstreiter, aber bei einem eher schnulzigen Mainstream Streifen muss man schon suchen. SChön! ;)

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  9. Hey, das Ergebnis wäre dann mal raus. Da ich nicht jeden Blog einzeln kontaktieren kann, und mich nicht alle im Feed haben, wollte ich fragen, ob du vielleicht andere dir bekannte Teilnehmer aus deiner Blogosphäre informieren könntest :)

    http://plopper.wordpress.com/2011/07/27/die-100-beliebtesten-filme-2/

    LG Owley

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  10. @ George: Ja, genauso ist es. Brothers Bloom ist sicher kein Film für die Ewigkeit, aber ich find den so unglaublich sympathisch trotz all der kleinen Makel, die er hat. Und ich wär halt schon gern deren kleine Ganovenschwester. :)

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  11. Sister Bloom: Kein Film für die Ewigkeit, das denke ich auch. Aber einige schöne IDeen. Ich mochte besonders die Idee mit dem größten Kartentrick aller Zeiten. :)

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  12. schulze gets the blues hat mir gefallen! :)
    tatsächlich liebe liebe ich!!!

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