Mittwoch, 16. Februar 2011

Sommerpasta, Birnentörtchen und Co. in beinahe 30 Minuten


© Dorling Kindersley Verlag,MünchenEnde letzten Jahres überraschte uns Jamie Oliver mit seinem neuen Buch 30 Minuten Menüs und dem damit verbundenen Versprechen für alle Kochanfänger und Fortgeschrittenen, mit guter Vorbereitung und Organisation ein komplettes Menü in nur 30 Minuten auf den Tisch zu bekommen. Sehr sportlich, wie ich finde. Und ich habe überlegt, wie es möglich sein kann in so kurzer Zeit ein komplettes Menü für 4-8 Personen zuzubereiten. Aber wer soll es einem beibringen, wenn nicht Jamie Oliver. Also nicht lang zweifeln, sondern das Buch zur Hand nehmen und es einfach mal selber ausprobieren.

Auf den ersten Seiten des Buches versucht Jamie Oliver dem Leser die Angst vor der 30-Minuten-Aufgabe zu nehmen und erklärt, wie durch gute Vorbereitung und Organisation das Ziel erreicht werden kann.Er hilft mit einigen Tipps, wie die Küche durch Neuanordnung von Küchenutensilien neu strukturiert werden kann. Zudem schlägt er eine ganze Reihe von Küchenwerkzeugen vor die in keiner Küche fehlen sollte. Ein paar Vorschläge für das richtige Anrichten und das dafür benötigte Geschirr hat er auch noch parat. Und dann geht es auch schon ans Kochen.

Man hat die Wahl zwischen 50 tollen Menüs, die die ganze Bandbreite von Fleisch über Fisch bis hin zu vegetarischen Gerichten abdecken. Es finden sich Gerichte aus den verschiedensten Ecken dieser Welt, die einen schon beim Lesen Lust auf mehr machen. Schuld daran sind nicht zuletzt auch die wahnsinnig tollen Fotos von David Loftus. Das ist Champions League!

Die Rezepte brauchen pro Menü je nur eine Seite Platz. Das macht erstmal Mut, weil so viel Arbeit kann eine einzige Buchseite schon nicht machen. Nebenan finden sich einige Fotos von Zwischenschritten und Endergebnissen, damit man schonmal eine Ahnung hat, wie einige Dinge aussehen könnten. Es gibt nicht zu jedem Arbeitsschritt ein Foto und die Fotos folgen auch in der Reihenfolge nicht immer den Arbeitsanweisungen. Da sollte man sich nicht verwirren lassen und sie nicht als Anweisung sehen, sondern lediglich als kleine visuelle Stütze. Die Arbeitsanweisungen sind übersichtlich aufbereitet und leicht zugänglich. Wenn man diese 30-Minuten-Challenge annehmen möchte sollte man sich vorher schonmal die Rezepte durchlesen, um nicht übermäßig mit dem Lesen, sondern mehr mit dem kochen beschäftigt zu sein.

Natürlich kommt man bei dieser Buchbesprechung nicht um einen Praxistest herum. Ist es wirklich in 30 Minuten zu schaffen ein Menü für mehrere Personen auf den Tisch zu bekommen? Ich habe mich für folgendes Menü für 4 Personen entschieden: Sommerpasta, Rucolasalat mit Kräutern und Birnentörtchen zum Dessert. Trotz netter Gesellschaft in der Küche habe ich versucht alles alleine auf die Reihe zu bekommen, um zu schauen, ob es machbar ist. Um meine Füße schlich die ganze Zeit unsere Haus- und Hoffotografin Sonja, bei der ich mich an dieser Stelle ganz herzlich für die tollen Bilder bedanken möchte.
Zur Vorbereitung habe ich alle benötigten Zutaten und Küchenutensilien auf dem Tisch gesammelt und die Uhr gestartet. Die Anweisungen habe ich leider nicht auswendig gelernt und musste so immer wieder nachlesen. Aber das ist natürlich kein Problem. Die Anweisungen sind alle klar und gut strukturiert beschrieben. Es gab keine Unklarheiten und das ganze Menü ließ sich nahezu problemlos zubereiten.

Die Zeit konnte ich nicht ganz einhalten. Ich brauchte knapp 40 Minuten, um alles auf den Tisch zu bekommen. Das Rezept war allerdings so simpel und die Arbeitsschritte so gut erläutert, dass auch ein Kochneuling nicht deutlich länger gebraucht hätte als ich, der sich fast täglich in der Küche aufhält. Die 30-Minuten-Grenze ist sicher schaffbar bei diesem Menü. Ich denke, wenn ich es ein zweites oder drittes Mal kochen würde, wäre das machbar. Ansonsten möchte ich aber auch nicht über jede Minute unken, die ich länger gebraucht habe. Ich sehe diese "30" eher als einen Richtwert. Ich bin nicht übermäßig enttäuscht, wenn ich mal 40 oder auch 50 Minuten brauchen würde. Es macht auf jeden Fall Spaß sich dieser Herausforderung zu stellen und es gibt einiges zu lernen in Sachen Organisation und Vorbereitung. Und wenn man von diesen Tipps und Tricks einiges in den Alltag mit übernehmen kann ist das super.

Geschmacklich habe ich natürlich auch ein Urteil gebildet. Bei der Pasta, bestehend aus Eigelb, Parmesan und Zitronensaft, habe ich die Zitronenmenge halbiert, weil die Kamerafrau nicht so auf Zitrone steht und ich weiss, dass Jamie Oliver gern mal etwas mehr Zitrone an seine Rezepte gibt. So wie es im Endeffekt war, war es super. Schön zitronig und eine tolle, schnelle Pasta für den Sommer auf der Terasse. Der Salat wurde mit ganzen, gerösteten Fenchelsamen und Knoblauch gewürzt und das fand ich super. Ab und an mal auf einen gerösteten Samen zu beißen...ganz toll. Aber das Birnendessert hat das nochmal getoppt. Beim Servieren habe ich dann das Vanilleeis ganz vergessen zuzugeben, aber das war auch nicht nötig. So wie es war, war es ein extrem leckeres Dessert. Und aus diesem Grund habe ich auch dieses zur Präsentation ausgewählt. Und nehmt auf jeden Fall (Zitronen-)Thymian mit rein. Das ist yummy!

Eine ganze Reihe anderer Erfahrungsberichte zu Jamies 30-Minuten-Menüs findet ihr bei LovelyBooks!

Birnentörtchen
Birnentörtchen

Zutaten:
4 Mürbeteig-Torteletts
8 TL Himbeerkonfitüre
4 Birnenhälften aus der Dose
nach Belieben: 2 Zweige Zitronenthymian
2 Eiweiß
100g feiner Zucker
1 TL Vanillepaste oder -extrakt
Vanilleeis guter Qualität, zum Servieren

Den Backofen auf 190°C vorheizen. Die Torteletts auf ein Backblech setzen und in jedes 2 TL Himbeerkonfitüre geben. Die Birnenhälften in Scheiben schneiden und die Torteletts damit belegen. Nach Belieben Blättchen vom Zitronenthymian darüberstreuen.
Eiweiß mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe steif schlagen, dabei den Zucker und 1 Prise Salz einrieseln lassen, bis glänzender, geschmeidig-steifer Eischnee entsteht.
Den Eischnee mit der Vanille vermischen und mit einem Löffel auf jedes Tortelett eine Baiserhaube mit hübschen Spitzen setzen. Im mittleren Teil des Ofens in 6 Minuten goldgelb backen (Küchentimer stellen!).
Wenn die Törtchen fertig sind, aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Das Eis schon jetzt aus dem Gefrierfach holen und dann zum Nachtisch mit den Törtchen servieren.

Quelle: Jamies 30 Minuten Menüs von Jamie Oliver, Dorling Kindersley Verlag GmbH, München, 2010, S.46
Rezept drucken

Ein Fazit könnte lauten: Ein wirklich tolles Buch, dass neben vielen schönen Rezepten auch einige gute Tipps und Anweisungen parat hat, um schnell und entspannt ein schönes Menü auf den Tisch zu bekommen. So bleibt mehr Zeit für Freunde und andere Gäste. Und wer mal keine Lust auf Menüs hat kann auch einzelne Rezepte "rausfiltern", was durch den übersichtlichen Aufbau der Rezepte gut machbar ist. Ich freue mich auf weitere Abenteuer mit diesem Buch und hoffe, die 30-Minuten-Grenze bald packen zu können. Von mir gibts die Daumen hoch!


© Dorling Kindersley Verlag,MünchenJamie Oliver
Jamies 30-Minuten-Menüs
Genial geplant – blitzschnell gekocht

erschienen bei Dorling Kindersley Verlag, München
288 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
Rund 400 Fotografien
ISBN 978-3-8310-1834-5
€ 24,95 (D)


Get the flash player here: http://www.adobe.com/flashplayer
Fotos von Sonja Berg.

Kommentare:

  1. Ich schleiche schon sehr lange um dieses Buch herum. Sehr lange..

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  2. Juliane von "schnöner Tag noch" hat neulich eine Menge der Rezepte nachgekocht. Nicht mit besonders durchschlagendem Erfolg, wenn ich mich richtig erinnere.

    Aber für mich ist aus persönlichen Gründen der Verlag eh durch, von denen kaufe ich gar kein Buch mehr und wenns der liebe Gott selbst geschrieben hätte!

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  3. Toll! Ich durfte das Buch mittragen und habe 4 Menüs daraus gekocht, wir fanden sie alle fein. Jedoch konnte ich mich auch nicht nach diesen 30 Minuten richten. Mir waren diese Pasta auch zu zitronig, habe es mir auch so notiert das ich beim nächsten Versuch im Sommer weniger dazugebe. Die Desserts sind alle total lecker aus diesem Buch :-)
    Grüssli
    Irene

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  4. @Restaurant am Ende des Universums: Nicht länger schleichen, zuschlagen. Es lohnt sich. Du kannst es auch als "normales" Kochbuch nutzen, also die Gerichte einzeln kochen oder gar anders kombinieren, auch wenn dann die Orga etwas durcheinander gerät. Aber die Rezepte lesen sich so gut, da werde ich in nächster Zeit sicher öfter mal nachschlagen und vor allem nachkochen.

    @Arthurs Tochter: Ja, das habe ich auch gelesen. Bei diesem Menü hatte ich überhaupt keine Probleme. Aber ich werde weiter testen.
    Ich mag den DK-Verlag sehr gerne, was ist vorgefallen, dass du so abgeneigt bist?

    @Irene: Ja, die 30 Minuten sind schon sehr sportlich, ich glaube auch nicht, dass die bei so vielen Menüs beim ersten Versuch zu halten sind. Aber so schlimm find ich das nicht. Und ja, die Desserts sind toll. Habe auch schon andere Desserts aus diesem Buch einzeln, zu anderen Anlässen zubereitet und war begeistert.

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  5. @ Arthurs Tochter: Wenn Gott selbst etwas schreiben würde, würde ich es sogar kaufen, wenn es im Axel-Springer Verlag erschiene. (Wenn ich recht darüber nachdenke, bin ich mir sogar sicher, dass dieser Verlag der wahrscheinlichste wäre, wo es erscheinen würde...)

    @Jim: Sehr schöne Fotostrecke! Also geht das Kompliment ja eher an die Hausfotografin Sonja.

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  6. Danke für die Blumen Jim und George :)
    Das Essen war super lecker, ich weiss immer noch nicht, was ich am besten fand... Schade, dass das Buch sehr fleischlastig ist, sonst würde ich es mir auch kaufen wollen!
    Gerne bald mal wieder :)

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  7. @Sonja:

    Da habe ich einen schönen neuen DK-Tipp für Dich: Yotam Ottolenghis Genussvoll Vegetarisch, ein traumhaftes Buch! http://www.dorlingkindersleyverlag.de/adults/book.php?category=Essen%20%26%20Trinken&book_id=1812

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  8. 30 Minuten! Niemalsnicht! Für mich gehört halt die Vorbereitung und auch mal irgendwas saubermachen mit dazu. Und ne Flasche aufziehen auch. 30 Minuten! So ein Quatsch...;-)

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  9. @Natalie: vielleicht magst Du ja einfach Jim, nein wohl besser George, das Buch als Rezensionsexemplar zukommen lassen - er kocht was leckeres, schreibt was nettes und ich mach dazu die Fotos ;)?

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  10. @Sonja: längst eingetütet, aber danke fürs pushen! ;) Ich sag dir bescheid.

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  11. Das mit den 30 Minuten ist doch nur ein psychologischer Trick, wie bei Sonderangeboten zu drölf Euro neunundneunzig. ;)
    Was hat es denn mit dem letzten Bild auf sich?
    Knobelt Ihr darum, wer denn Abwasch macht?

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