Freitag, 23. März 2012

Mohnpielen - kein traditionelles Rezept aus Schlesien, dafür original für Berlin Neuankömmlinge

Freunde von mir sind gerade nach Berlin gezogen. Zum Abschied bat man um Berliner Leckereien. Es wurde ein guter Abend mit vielen Nachtischsen (ja, das ist der korrekte Plural von Nachtisch). Ich habe Mohnpielen beigesteuert. Weil Wiki sagt, Mohnpielen, Alter, did kommt aus Berlin. Irgendwie ist das eine Art einfacher Kuchen, der aus alten Brötchen und einer Mohn-Masse besteht. Ganz lecker eigentlich und rasch gemacht. Ein traditionelles Mohnpielen Rezept aus Berlin habe ich aber nicht gefunden, sondern eher Rezepte aus Schlesien, wo das ganze auch mal schlesische Mohnklöße heißt. In den Kommentaren vieler Seiten mit Rezepten zum Mohnpielen selber backen wiederum findet man viele Erwähnungen aus Berlin. Das hat die Oma immer an Weihnachten und Silvester gemacht. Sowas eben. Mir persönlich sagten Mohnpielen erstmal überhaupt nichts, aber das ist ja prinzipiell kein Hinderungsgrund. Ich habe mir aus verschiedenen Rezepten eines zusammengeschummelt, was ab jetzt hier Tradition hat. Was Pielen wirklich sind, habe ich leider nicht herausgefunden, sondern nur viele Argumente dafür, dass einige Leute Mohnpielen schon gegessen haben, bevor überhaupt ein Rezept dafür geschrieben wurde. Und andere aßen Mohnpielen aus Tradition noch früher. Wir haben uns dann dafür entschieden, dass Pielen etwa den Kugeln entspricht, die man mit Eis formt. Eispielen. Mohnpielen. Allet klar?

So, dann allet Jute nach Berlin! Hier sind noch drei Lieder über die neue Heimat.
Rainald Grebe. P.R. Kantate. Angelika Express.

Mohnpielen
Mohnpielen

Zutaten
4 Brötchen vom Vortag
125g Mohn
75g Zucker (am besten mit Vanille)
500ml Milch
50g geriebene Mandeln
50g Rosinen
1 TL Zimt
Schale 1/2 Zitrone

Brötchen in feine, etwa einen halben Zentimeter breite Scheiben schneiden. Milch zum kochen bringen. Mohn und Zucker vermischen und zur Milch geben und 1 Minute einrühren. Mandeln, Rosinen, Zimt und Zitronenschale hinzugeben und weitere 5 Minuten unter Rühren köcheln lassen. Vom Herd nehmen. Mit Brötchenscheiben den Boden einer gefetteten Auflaufform bedecken und anschließend eine Schicht der Mohnmasse darauf verteilen. Weiter Brötchen und Mohn schichten und am Ende mit einer Schicht der Mohnmasse bedecken. Da das ganze noch gut vermischt werden soll, habe ich jetzt einen Kartoffelstampfer zum Einsatz gebracht und alles schöne zermantscht™. Erkalten lassen und Pielen daraus formen. Na dann juuten Appetit.

Kommentare:

  1. Toller Tipp...müsste ich mal ausprobieren

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  2. Mensch, did is doch Brandenburch vom Rainald Jrebe. Did is doch plattes Land und liecht umme rum. Prenzelberch wär der richtije Song jewesen ;-)
    http://www.youtube.com/watch?v=As_o6l-G02Q

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    1. Na, dass dit Brandenburch is, dit is mia doch ooch klar. Aber jibts denn ne sakralere Huldijung an die Stadt als did Hallelujah da drinne? Nee. Siehste. ;)

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    2. Au backe, datt hatte ick jarnich mehr uffem Schirm jehabt. Ick bin einfach nich textsicher... Mea culpa maxima ;-)

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  3. die komponistinMärz 23, 2012

    maik, ja aber, halleluja berlin!

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  4. Klingt für mich nicht gerade sehr appetitlich. Wobei der Teig für Semmelknödel auch nicht gerade sehr appetitlich aussieht, aber lecker sind sie. :)

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    1. Ich war auch recht skeptisch der Zubereitung gegenüber, aber die Pielen waren am abend ein Überraschungserfolg.

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  5. Welcome to Mohnlight! Hört sich gut an.

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  6. Und wieder was dazugelernt! Das war ja mal interessant! Und lecker siehts noch dazu aus. Ist ja fast sowas wie ne Resteverwertung, aber was für eine leckere! Ich liebe Mohn und deswegen wird das vielleicht sogar ausprobiert :)

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    1. Für eine gute Resteverwertung halte ich es auch, aber traditionell scheint es einen höheren Stellenwert zu haben, da nur an zwei Tagen im Jahr serviert.

      Mohn for the win!

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  7. Hach, dit freut mir!
    Mein Favourite Berlin Song ist übrigens "Keen Hawaii" von Icke & Er. Mit einem guten Soundsystem gehn aber auch viele Seeed-Nummern. Hach, und wo wir schon beim Herrn Grebe waren: "Die Ratte" ist auch gut!

    Die Mohnpillipillies waren in der Tat knorke. Ich kann ja bei Gelegenheit mal die Rentner im Haus fragen, was die so zu Weihnachten und Silvester essen.

    Da http://www.youtube.com/watch?v=EpVoQPbzYqQ gehe ich übrigens hin und wieder Mittagessen ;-) Die Arminiusmarkthalle ist nur 100m Fußweg entfernt.

    Ick gloob, Barlin und ich wern Freunde wern!
    Bis irgendwann!

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  8. Freut mich, dass ihr gut angekommen seid. Von Icke&Er dachte ich bisher, dass nur "Richtig GeiL" Pflicht sei. Muss ich mich wohl mal schlauer machen.

    Die drei Damen vom Grill! Kindheitserinnerungen. Kennst du Praxis Bülowbogen?

    Bis bald.

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  9. ooohh ddas kenn ich von einer freundin von mir! Habe ich mal zu Weihnachten gegessen, als ich sie besuchen war! Das ist echt lecker...yamyam

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    1. Ja, Weihnachten scheint traditionell der Tag zu sein, an dem man das isst.

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  10. Whoa sehen die lecker aus. Die bekommen die Mitbewohner morgen vorgesetzt. Plan.

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    1. Guter Plan. Sag mal bescheid, ob es gut ankam.

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  11. Hallo, hier schreibt ein Berliner mit schlesischen Wurzeln und ich vermute, so kamen auch mal die Pielen nach Berlin, denn diese Stadt ist ein Sammellager Zugezogener. Am Rezept ist alles richtig, nur gemanscht wird am Ende keinesfalls, das passiert auf dem Teller von allein.

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    1. Das sind mal gute, bestätigende Nachrichten! Vielen Dank. Und mantschen werden wir dann das nächste Mal auch auf den Teller verlegen.

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  12. Hallo, ich bin zwar keine Berlinerin, dafür Brandenburgerin und dazu noch ein Spross schlesischer Eltern.
    Bei uns sind die schlesischen Mohnklöße Tradition zum Weihnachtsfest und Neujahrsfest.
    Tipp: Mohn beim Bäcker frisch mahlen lassen, zu kaufen bekommt man ja nur die "ganzen" Mohnkügelchen in der Tüte.
    Dann werden alle Zutaten trocken in eine Schüssel geschichtet (Brötchenscheiben, Rosinen, gem. Mohn, Brötchenscheiben, Rosinen, ... ) und zum Schluss mit süßer kochender Milch übergossen. Viel, viel Milch ist wichtig, da die ganze Sache durch den Mohn doch sehr quillt. Über Nacht stehen lassen, besser sind zwei Tage. Dann schmeckts am besten. Und gematscht wird bei uns auch nicht, es ist eine Schichtspeise.
    Und während ich das hier schreibe, läuft mir das Wasser im Mund zusammen - ist ja bald Weihnachten.

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