Freitag, 30. September 2011

Espresso mit Vanilleeis

Ich habe mal eine Zeit lang zusammen mit Massimo gewohnt. Massimo ist Italiener und machte gerade seinen Abschluss an der New York Film Academy. Damit kamen Massimo zwei Kompetenzen in unserer WG zu: Erstens die Gestaltung von Viedoabenden mit dem heißen Scheiß an Kurzfilmen aus seinen Klassen. Zweitens, die Zubereitung von Espresso. Genaugenommen ist es natürlich ein Mokka, den man auf dem heimischen Herd mit den kleinen silbernen Bialetti Kannen zubereitet, aber genaugenommen war uns das egal. Für richtigen Espresso benötigt man Druck von mindestens sechs Bar und dafür braucht es dann schon einer gute Maschine oder den Gang ins Café um die Ecke. (Liebe Espressomaschinen-Hersteller, wenn Sie möchten, dass ich charmant über ihr Gerät berichte, mit dem sie so freundlich meine Küche bereichern möchten, dann schreiben Sie mir doch einfach eine Email.) Anderfalls gilt Homebrewing kills your local coffeeshop. Das eine schließt das andere natürlich nicht notwenidg aus. Für das zuhause mit dem kleinen Geldbeutel ist die kantige Kanne gut, auch wenn sie leider nur eine Fantasie von Crema produziert. Aber auch da wußte Massimo zu improvisieren wie er es von der Oma gelernt hat, indem er eine kleine Menge des ersten schaumigen Espresso, der aus dem Ventil der Kanne beim Kochen aufsteigt mit einer kleinen Menge Zucker in einer Tasse sehr schnell und hektisch cremig aufschlug und dann über die Espressi gab. Hach.

Wie auch immer, heute gibt es etwas, was die einen vielleicht großartig, die anderen episch und wieder andere en einz'schen Draum nennen: Espresso mit Vanilleeis. Sehr schlicht, sehr gut. Wenn man allerdings nur zwei Zutaten verwendet, sollten diese wirklich gut sein. Für die Rolle des Espresso haben mir die Jungs und Mädels von der Quijote Kaffee Kooperative (Ja, Kooperative. Ja, förderungswürdig. Ja, alles richtig gemacht!) eine hell geröstete Mischung mit Bohnen aus Brasilien, Guatemala und Äthiopien empfohlen, mit einem herrlich beerig, schokoladigen Aroma: Fyling Pingo. Eine Siebträgermaschine könnte mit dem hohen Druck die Aromen sicherlich noch besser auspressen, aber ich bin sehr begeistert. SEHR! Frisch gemahlen macht der nussige Geruch allein schon Freude. Als Backup empfahlen sie eine dunkle Röstung (Full City+) mit dem Hipster Namen "Black App" (Brasilien, Equador, Guatemala), der als Allrounder bei jeder Gelegenheit begeistern kann. Aber zum Vanilleeis bringt es der fliegende Pinguin auf den Punkt.

Das Vanilleeis im Espresso bringt hingegen einen unglaublichen Kick, weil es so wunderbar anders ist. Es liefert einerseits natürlich eine feine Süße und die Sahne macht ihr typisches Sahne-Ding. Andererseits ist die heiß/kalt Kombi absolut nicht zu unterschätzen. Hach. Irgendwelche Vorschläge für ein wirklich gutes Vanilleeis, dass man nicht erst selbermachen muss?

Espresso mit Vanilleeis

Espresso mit Vanilleeis

Zutaten:
Espresso
Vanilleeis

1. Die gewünschte Menge an Bohnen frisch mahlen. 2. Die Bialetti aufschrauben und den unteren Teil bis zum Ventil mit Wasser füllen. (Die Menge hängt hier von der größe der Kanne ab.) Bei mir sind es etwa drei Espressotassen. 3. Dementsprechend drei Kaffeelöffel Espressopulver in den Siebträger geben. Nicht festdrücken, sondern nur locker glattstreichen. 4. Siebträger in die Kanne, wieder verschrauben und mit geöffnetem Deckel bei mittlerer Hitze direkt auf den Herd stellen. Bis das Wasser aufsteigt und als Espresso oben aus dem Ventil hervortritt, dauert es ein paar Minuten. Aber Hektik ist ohnehin nicht angesagt, also entspannen und zurücklehnen und schon mal die Tassen vorwärmen. 5. Wenn es soweit ist und der Espresso blubbernd aus dem Ventil ströhmt, die Kanne vom Herd nehmen und umrühren, da der erste aufsteigende Kaffee stärker ist, sagt Massimo. 6. Espresso in die Tassen gießen und eine Kugel Vanilleeis hineingeben. 7. Hach. 8. Zum saubermachen kein Spülmittel nehmen sondern mit Wasser ausspülen und vollständig trocknen lassen, bevor sie weggeräumt werden kann. Desto regelmäßiger sie genutzt wird, desto besser schmeckt der Espresso übrigens.
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Kommentare:

  1. Oh mein George! Was für ein Posting! Hach!

    Mein Mann hat übrigens deinem Tipp für Nutella in der Gillbanane einen Namen gegeben: "Robert de Niro's Choice" heißt das Dingens jetzt bei uns, weil Robert de Niro für den Film "Wie ein wilder Stier" freiwillig 25 Kilo zugenommen hatte.
    Und jetzt kommst du mit dieser Kreation daher! Die reißt uns auch nicht raus aus dem Desaster.

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  2. "Robert de Niro's Choice" gefällt mir sehr gut, aber die Banane stammte von Jim - den ich mir auch ab und an gut als wilden Stier vorstellen kann. Höhö. Schön dass dir die Espresso-Vanilleeis Sache gefällt. Muss man ja nicht ständig machen - obwohl man natürlich könnte. ;)

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  3. Kenn ich nur vom Italiener. Gute Idee auch mal daheim zu machen, wenn der Herr Freund wieder da ist. Was ist das denn für ein Buch neben der Tasse? Ein Sketchblock oder ein Moleskine oder so?

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  4. Der Quijote-Kaffee ist tatsächlich sehr angenehm. Mein Flying Pingo ist mittlerweile aus, dafür der Black App angebrochen.

    Thema Thema: Noch nicht getrunken. Dafür gab es neulich in meinem Stammcafé, wenn man so will, als Sommer-Special Espresso mit Zitronensorbet und Minzblatt. Es war...interessant. Und das in weder positiver, noch negativer Sicht, einfach neutral, weil irgendwie abgefahren und irgendwie strange zu gleich.

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  5. Das hört sich echt toll an! Werd ich bei Gelegenheit mal ausprobieren!
    Das Rezept für die apple buns ist übrigens echt sehr leicht und ich hoffe es gefällt dir!
    Vielen Dank für deinen Kommentar!

    Liebe Grüße aus Hong Kong,
    Nicole

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  6. Melli: habe ich bislang nur einmal in einem Restaurante bekommen, kurz nachdem ich überhaupt von der fabelhaften Idee gelesen habe. Und nein, dass ist weder ein Sketchbook noch ein Moleskine - obwohl es sehr schick als Umschlag für ein Moleskine wäre -, sondern der Comic Stuck Rubber Baby.

    Stiller: Dir kann man in Sachen Kaffee auch nichts Neues vorstellen, oder? ;) Espresso mit Zitronensorbet und Minzblatt klingt für mich nach überambitioniertem Wannabe-Schick. Das ist mir zuviel gemache. Das Zitronensorbet allein ist ja schon recht, ähm, anspruchsvoll im Geschmack. Espresso. Vanilleeis. Hammer. Vertrau mir. ;)

    Nicole: Ja, probier mal aus - bekommt man denn guten Espresso in Hong Kong? Sicherlich. Die Applebuns probiere ich vermutlich tatsächlich morgen aus. Hier ist ja Feiertag und da hat man ja sonst nichts zu tun. ;)

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  7. Mit heisser Schokolade nochmals dreimal so köstlich :P

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  8. maloney: Lüge! Übrigens heißt dein Blog nicht JaosnAuric, sondern JasonAuric@wordpress.com. ;)

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  9. Ist auch ambitioniert. Aber nicht unbedingt Wannabe-Schick, der Kaffeeladen experimentiert schon mal mit Dingen, die zu den Geschmäckern des Espresso passen und fragen dann auch die Kunden. Vanilleeis wird die Tage gemacht und dann getestet. Will ja eh seit Wochen mal ein Schnellrezept für das Eis posten.

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  10. klingt verführerisch!
    ich bin ja überhaupt kein kaffeetrinker und absoluter tee-fan. aber nen espresso gönne ichmir gernmal zwischendurch.

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  11. Sehr lecker und so simpel!

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  12. Das habe ich auch schon mal ausprobiert. Ich habe auch ein wenig mit den Kaffesorten und Stärken experimentiert. Auch lecker ist die Verwendung von Karamelleis in dem Kaffe. Dabei sind der Kreativität eigentlich keine Grenzen gesetzt.
    Auch lecker ist das ganze als Eiskaffe. Das mache ich mir im Sommer gerne. Das ist herrlich erfrischend.

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  13. Eiskaffee im Sommer ist super, das stimmt. Und Karamelleis kann ich mir gut vorstellen. Nur auf Fruchteissorten würde ich verzichten - mag ich aber ohnehin nicht so gern wie Milcheissorten.

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