Mittwoch, 30. März 2011

Chop Suey

Mittwochs ist der Tag, an dem wir uns in der No Kitchen For Old Men dem Thema Kochbücher widmen. Die heutige Wahl fiel auf das kleine Büchlein Dr. Oetker - Wok aus dem Hause Heyne. Dieses kleine Büchlein umfasst lediglich 15 Rezepte, die auf den ersten Blick nicht weltbewegend sind, aber durchaus lecker aussehen. Und deshalb wird es das Buch heute nicht zu gewinnen geben, denn ich behalte es vorerst noch, um mir das ein oder andere Rezept nochmal genauer anzuschauen. ;-) Passend zum ausgewählten Rezept schenke ich euch aber etwas Musik. Rock on !


Chop Suey

Chop Suey

Zutaten für 4 Portionen:
500g Putenbrust
2 Stangen Porree (Lauch)
300g Möhren
250g Champignons
175g frische Sojasprossen
100g Glasnudeln
3 EL Speiseöl
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
200g TK-Erbsen
250ml (1/4 L) Hühnerbrühe
Sojasauce

1. Putenbrust unter fließendem kalten Wasser abspülen, trockentupfen und in dünne Streifen schneiden.

2.Porree putzen, die Stangen längs halbieren, gründlich waschen und in Streifen schneiden. Möhren putzen, schälen, waschen und in dünne Scheiben schneiden. Champignons putzen, mit Küchenpapier abreiben, evtl. abspülen und in Scheiben schneiden.

3. Sojasprossen verlesen, kalt abspülen und abtropfen lassen. Glasnudeln in heißem Wasser etwa 6 Minuten einweichen, abtropfen lassen und mit einer Schere klein schneiden.

4. Öl in einem Wok erhitzen und das Putenfleisch darin unter Rühren anbraten, mit einer Schaumkelle herausnehmen und mit Salz und Pfeffer würzen.

5. Porree, Möhren und Champignons in das Bratfett geben und unter Rühren anbraten. Erbsen unaufgetaut hinzufügen und mit Brühe auffüllen. Den Deckel auflegen und das Gemüse bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten garen.

6. Fleisch und Sojasprossen unter das Gemüse mischen und erhitzen. Das Chop Suey mit Salz, Pfeffer und Sojasauce abschmecken. Glasnudeln untermischen und erwärmen.

Quelle: Dr.Oetker - Wok, 2005, Heyne, S. 18
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Ein ausbaufähiges Rezept! Gerade, wenn man System of a Down dazu hört ist es etwas fad und wenig asiatisch. Da geht noch mehr Feuer und Speed, wie der Schuhbeck sagen würde. Rezept wird zeitnah bearbeitet und verbessert.

Montag, 28. März 2011

WE ARE SUPER...


Auf jeden Fall streben wir es an, super zu sein. Wir sind nämlich nominiert für den Superblog 2011 in der Kategorie Kochen. Das bedeutet für uns zunächst ersteinmal: Juchu, der erste Schritt auf dem Weg super zu werden ist getan! Für euch bedeutet es, dass ihr bitte ab diesem Freitag eine Woche lang unaufhörlich für uns stimmen werdet, damit wir tatsächlich offiziell super sein werden! Wie das genau ausschauen wird, wie das funktioniert, ob ihr einen Lichtbildausweis zur Hand haben müsst, ob man auch via Briefwahl wählen kann und alle weiteren Informationen teilen wir uns mit größter Sicherheit mit, sobald wir selbst darüber informiert werden. Bis dahin bleibt nur noch eins zu sagen: ihr seid auch super!

Freitag, 25. März 2011

Kartoffelkuchen

Heute gibt es Resteessen. Nunja, der Kartoffelkuchen wird zwar tatsächlich aus übriggebliebenen Pellkartoffeln zubereitet, war aber in diesem Fall schon lange geplant und keine Notlösung. Die Kamerafrau wollte schon seit längerem, dass dieser Kartoffelkuchen mit thüringschem Ursprung mal bei uns auf den Tisch kommt. Ich war sehr skeptisch, weil ich es eher herzhaft mag als süß. Aber irgendwann hat sie es geschafft mich breitzuschlagen und ich habe mich an die Arbeit gemacht. Den Tag vorher gab es Pellkartoffeln und dabei landeten gleich ein paar mehr im Topf. Im Endeffekt war ich positiv überrascht und fand diesen Kartoffelkuchen garnicht so übel. Mit Zimt und Zucker oder auch Apfelmus eine leckere Angelegenheit. Mal schauen, wie lange ich mich noch gegen süße Nudeln wehren kann.

Kartoffelkuchen

Kartoffelkuchen

Zutaten für ein Blech:
500g Pellkartoffeln, gerieben
125g Mehl
125g Butter
3 Eier
3 EL Zucker
1 Prise Salz
75g flüssige Butter
Zimt & Zucker

Alle Zutaten (ausser der flüssigen Butter und dem Zimtzucker) zu einem Teig verarbeiten. Ggf. mehr Mehl zugeben, wenn der Teig noch zu sehr klebt. Den Teig auf einem Blech ausrollen und die Hälfte der flüssigen Butter drübergeben. Das Blech nun für 25 Minuten bei 220°C in den Ofen geben. Wem es nun noch nicht fettig genug ist gibt den Rest der flüssigen Butter und auf jeden Fall etwas Zimtzucker drauf.
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Mittwoch, 23. März 2011

Alfölder Käseknödel - Kulinarische Streifzüge durch Ungarn


Ich hoffe ihr seid von dem kulinarischen Streifzug durch den Elsass gut zurückgekehrt, denn heute wartet schon das nächste Abenteuer auf euch. Das zweite Buch aus der Reihe Kulinarische Streifzüge durch... führt uns nach Ungarn und ist der diesmonatige Beitrag für das Blogevent "Dein Kochbuch das unbekannte Wesen" von Foodfreak.

Kulinarische Streifzüge durch Ungarn aus dem Hause Sigloch wurde von Laura Conti geschrieben, von Hans Joachim Döbbelin fotografiert und ist bereits vor 21 Jahren erschienen. Wie bei allen Büchern dieser Reihe kann man sich auf den ersten Seiten die Geschichte Ungarns zu Gemüte führen, gefolgt von einigen Seiten über die Kultur und vor allem die Esskultur Ungarns.  Es gibt Wissenswertes über die Paprika, Gulaschs und den Weinbau zu erlesen. Die 75 Rezepte nehmen einen mit auf eine Reise durch Ungarns verschiedene Landstriche und der Leser lernt, wie man Eiergraupen selbermacht, Paprika in Essig einlegt und das bekannte Szegediner Gulasch zubereitet oder einen Hecht mit Speck und Pilzen füllt.

Wem jetzt schon wieder das Wasser im Mund zusammenläuft und auch gerne mal ungarisch kochen und genießen will hat diese Woche wieder die einmalige Chance mein Exemplar von Kulinarische Streifzüge durch Ungarn zu gewinnen. Hierfür muss nur ein Kommentar zu diesem Beitrag hinterlassen werden und die Kamerafrau/Glücksfee wird am Wochenende den Gewinner aus dem Lostopf ziehen.


Zu guter letzt folgt noch der Praxistest. Meine Wahl fiel auf die Alfölder Käseknödel, die ihr ja bereits aufgegessen bewundern durftet. Eine wirklich köstliche Angelegenheit deren geschmackliches Gelingen natürlich von der Wahl eines wirklich leckeren und guten Käses abhängt. Nicht sparsam sein hierbei.

Alfölder Käseknödel
Alfölder Käseknödel

Zutaten:
4 Eiweiß
200-250g fein geriebener Käse
Salz
Pfeffer
1 Messerspitze Paprika
150g Paniermehl
Fett zum Ausbacken
Petersilie
Die vier Eiweiß zu einem festen Schnee schlagen und so viel geriebenen Käse hinzugeben, bis ein weicher Teig entsteht. Salzen, pfeffern, mit Paprika würzen und kaltstellen, bis der Käse quillt und der Teig fest wird. Nun formt man kleine Kugeln, wälzt sie in Paniermehl und bäckt sie in Fett rasch goldgelb. Sofort mit gehackter Petersilie bestreuen und mit grünem Salat servieren.

Quelle: Kulinarische Streifzüge durch Ungarn, Laura Conti, Sigloch Edition, 1990, S. 110.
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Montag, 21. März 2011

Gerüchteküche: Öl im Wasser verhindert, dass Nudeln aneinander kleben

Öl im Wasser verhindert, dass Nudeln aneinander kleben
Was spricht gegen das Küchengerücht:
Das Öl habe keinerlei Effekt, es verteile sich kaum im Kochwasser.  Es schwimme - gemäß der alten Regel "Fett schwimmt immer oben" - stets an der Oberfläche des kochenden Wassers. Die Pasta hingegen gehe bis auf weiteres auf Tauchstation. Beide seien daher meilenweit voneinander entfernt.
(Quelle: Dr. Thomas Vilgis - Kulinarischer Report des deutschen Buchhandels 2006/07)

George sagt zum Küchengerücht:
Ich habe das auch eine Zeit lang gemacht. Das ist schon ein paar Jahre her. Selbstverständlich würde ein Richter mit Blick auf das Naturgesetzbuch laut "Bollocks!" brüllen, aber darüber hatte ich nicht nachgedacht, sondern glaubte ganz fest daran. Außerdem war es irgendwie fancy. Man konnte sogar darüber fabulieren, wann genau man das Öl in das Wasser geben müsse. Aber empirisch machte das nie einen Unterschied. Das musste ich mich mir irgendwann eingestehen. Heute bin ich froh, dass ich den Spuk abgelegt habe.

Jim sagt zum Küchengerücht:
Wenn die Nudeln nach dem Kochen nicht direkt in die - hoffentlich schon bereitstehende - Soße kommen, kann es schnell zum Verkleben eben dieser kommen. Das ist Fakt. Spitzfindige könnten jetzt sagen, dass das Öl im Nudelwasser nun an diesen hängenbleibt, wenn man sie aus dem Wasser fischt, wodurch sie nicht so schnell verkleben. Richtig, aber erstens muss man das Öl dafür nicht mitkochen, sondern kann es nach dem Kochvorgang mit den Nudeln mischen. Und zweitens kommen die Nudeln in aller Regel sofort zur Soße, wodurch es nicht zum Verkleben kommen kann und ein möglicher Ölfilm auf der Nudel das Anhaften der Soße an der Nudel sogar erschweren kann. Also bitte kein Öl ins Nudelwasser!

Was sagt ihr?

Küchenirrtümer Gerüchteküche ist eine fortlaufende Reihe in der wir mit euch über Küchengerüchte diskutieren wollen.

Mittwoch, 16. März 2011

Sabzi Polo und Rote Bete Salat mit Orangen und Oliven - Yotam Ottolenghi

Yotam Ottolenghi
Ich habe einen guten halben Meter Kochbücher und davon sind genau zwei vegetarisch, obwohl unser gesamter Haushalt vegetarisch ist. Warum bevorzuge ich dennoch reguläre Kochbücher und variiere, ergänze oder substituiere? Weil ich wenig gute vegetarische Kochbücher kenne, die nicht alle auf das immer gleiche einfallslose Zeug zurückgreifen. Außerdem muss man sich auf den ersten 20 Seiten Informationen über Vegetarismus anschauen in denen einem erklärt wird, welche Formen es gibt, dass es gesundheitliche, ethische, ökologische, religiöse, etc. Gründe dafür gebe, und dass fleischlos durchaus seine Reize habe. Liebe Autoren, wie stellt ihr euch das vor? Liegt so ein vegetarisches Kochbuch plötzlich in einem Weidenkörbchen vor meiner Haustür und ich sehe noch jemanden schnellen Schrittes davon eilen, nachdem er zaghaft bei mir klingelte? Ich glaube nicht. Ich stehe in einem Laden oder bestelle virtuell und entscheide mich bewußt für ein solches Kochbuch. Wenn ich generelle Informationen haben möchte, dann beziehe ich die wohlweislich aus anderen Quellen. Und selbst wenn wir den geringen Prozentsatz derer miteinschließen, die sich tatasächlich auf die Weidenkörbchen-Variante einlassen, müssen wir diese immer gleichen pathetisch-aufklärerischen Informationen doch nicht in jedem Kochbuch wieder vorfinden, oder? 20 Seiten?

Kommen wir zu meiner ersten Kochbuchrezension hier und damit zu Yotam Ottolenghi und seinem "Genussvoll Vegetarisch". Ist das ein Weidenkörbchen-Kochbuch? Nun, natürlich sollte es eine Einleitung geben, in der der Autor ein paar Worte über sein Buch fallen lässt; Hintergründe, Inspiration. Und natürlich sollte er auch ein paar Worte zum Thema (eben hier) Vegetarismus fallen lassen. Und siehe da, er beschränkt sich auf eine Doppelseite für all dies und die ist sogar spannend, weil er nämlich gar kein Vegetarier ist. Das ist doch schon mal ein guter Einstieg.

Das Buch trägt im Englischen Original den Titel "Plenty" (ganz ohne den Vegetarisch!-Hinweis), also etwa im Sinne von Vielzahl, Reichtum, Fülle. Im deutschen kommt das nicht so schön daher wie im Englischen, daher ist "Genussvoll vegetarisch" schon in Ordnung. Der deutsche Untertitel macht etwas seltsames, er verbindet zwei kulinarische mit einem eher handwerkilchen Adjektiv: "mediterran, orientalisch, raffiniert". Die Reihung scheint mir irgendwie inkonsistent, aber das lasst mal meine Sorge sein. Schauen wir uns die Bewertungskategorien im Einzelnen an:

Persönlichkeit - ★★★★★★☆
Im israelischen Teil Jerusalems aufgewachsen und mit einer italienischen und einer deutschen Oma in der Familie, betreibt Ottolenghi gemeinsam mit seinem palestinensischen Freund Sami Tamimi in London das Deli/Lebensmittelladen/Restaurante Ottolenghi. Die Vielzahl an unterschiedlichen Kulturen und dementsprechend kulinarischen Einflüssen bestimmt auch die Auswahl des studierten Philosophen und jetzt Kochs Ottolenghi. Stets mit kleinen Anmerkungen und der ein oder anderen Anekdote angereichert, erkennen wir ein solides Profil und einen eigenen Stil.

Rezepte - ★★★★★★☆
Die Auswahl der Gerichte und Zusammenstellungen begeistert und die erwähnten Einflüsse werden schnell deutlich. Viel Bohnen, viel Joghurt, viel Couscous, viel Koriander (Yay!), viel Salat. Im Vordergrund tummeln sich so manchesmal unterschätzte Zutaten wie Rote Beete, dicke Bohnen oder Kohl und werden zu so eleganten wie leckeren Gerichten kombiniert. Von Pfannengerichten wie gebratenen weißen Bohnen mit Feta oder gerösteten Pastinaken mit Karpernvinaigrette, über Salate wie einem fruchtigen Rotkohlsalat oder einem Reissalt mit Mango und Kokos, bis zu kleinen Überraschungen wie Auberginenkroketten oder Bohnenburgern ist die Auswahl sehr kreativ und hat dennoch potential zu alltagstauglichen Dauerbrennern zu werden. Manchmal sind es die Kleinigkeiten in der Zubereitung, die einem ansonsten eher banalen Gericht den nötigen Kick geben. (Siehe etwa die Kartoffel im unten stehenden Sabzi Polo.) Die Rezepte erläutert Ottolenghi sehr ausführlich und sie bieten genügend Möglichkeiten an der ein oder anderen Stelle zu variieren. Denn ab und an wird man auf Abwandlungen angewiesen sein, es sei denn, man hat eine Londoner Auswahl vor Ort: Enteneier? Ich greife zum Huhn. Edamame? Das sind Sojabohnen, da muss man sich schon mal umschauen. Sumach? Ein Essigbaumfruchtgewürz, hatte der Pakistani meines Vertrauens. Nur einige der eher schwer zu bekommenden Zutaten, die nicht wirklich häufig, aber doch ab und an auftauchen.

Fotos - ★★★★☆☆☆
Die Ästhetik eines guten Food-Fotos begründet sich in einer Vielzahl von Details. Sie müssen das Gericht einfangen, dabei aber nicht plump sein. Details zeigen, aber nicht das Ganze aus den Augen verlieren. In einer Zeit, in der das Visuelle eine immer größere Rolle einnimmt, ist man mit einer einfachen Abbildung dessen, was da auf dem Teller liegt nicht mehr zufrieden. Man will Food-Porn. Fotograf Jonathan Lovekin liefert zum größten Teil genau das, auch wenn einige Fotos leider zu klein sind oder manchesmal deplaziert wirken. Ich sehe hier noch ein anderes Manko des Buches. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich werde maßgeblich durch Bilder zum Das-Kochen-Wollen angeregt. Ich möchte visuell überzeugt werden. Spricht mich das Bild an, will ich es haben. Und obwohl das gesamte Buch reich an Fotos ist, müssen gut 30 Rezepte ohne Fotos auskommen. Das empfinde ich als sehr schade, zumal anderen Gerichte gleich mit mehreren Bildern aufwaten dürfen.

Übersichtlichkeit - ★★★★☆☆☆
Was der DK-Verlag eine "praktische Gliederung" nennt, bezeichnet Ottolenghi selbst als "ziemlich unsystematisch" und ich würde ihm zustimmen. Er begründet sein Vorgehen, die insgesamt 125 Rezepte nach insgesamt 15 Hauptzutaten zu gliedern, damit, dass dieses Arrangieren um eine im Vordergrund stehende Zutat herum, auch sein Vorgehen sei, wenn er selbst koche. Das macht es verständlich, charmant, aber eben auch ziemlich unsystematisch, denn so findet sich ein Pilzragout unter dem Kapitel "Pilze", ein weiteres unter "Getreide", da in eben jenem Graupen eine wichtige Rolle spielen. Die Zutaten- und Rezeptindizes wissen dieses Manko auszugleichen. Außerdem sollte man immer einen Blick auf die Mengenangaben werfen, denn hier variiert Ottolenghi munter zwischen einem gemäßigtem Vielfraß und einem ganzen Ewok-Stamm.

Kommen wir zum Praxistest. Ich habe zwei Gerichte miteinander kombiniert,-  hier konntet ihr schon sehen, wie es aufgegessen ausschaut -, die Ottolenghi als wie für einander geschaffen anpreist. Außerdem sind es zwei jener Gerichte, die ohne Foto auskommen mussten, daher lag es für mich nahe, eben diese Auszuwählen. Ich habe den Rezepttext gekürzt, da Ottolenghi sehr ausführlich schreibt, und auf unser übliches 2½-Meals-Maß verändert.

Sabzi Polo und Rote Bete Salat mit Orangen und Oliven - Yotam Ottolenghi
Sabzi Polo und Rote Bete Salat mit Orangen und Oliven

Zutaten:
400g Rote Bete
2 Orangen
1 (roter) Chicorée

½ rote Zwiebel

3 El Petersilie, gehackt
40g schrumpelige (sic!)
schwarze Oliven
3 EL Rapsöl
1½ EL Rotweinessig
Salz & Pfeffer

125g Basmatireis
20g Frühlingszwiebeln
je 50g Dill, Petersilie und Koriander
je 2 El Raps- und Olivenöl
1 kleine Kartoffel
100g Joghurt
50g Sauerrahm
Der Salat:
Die Rote-Bete in einem mit Wasser gefüllten Topf zum kochen bringen und etwa 1-2 Stunden garen. Abkühlen lassen, schälen, halbieren und in etwa 1cm dicke Spalten schneiden. In eine Schüssel geben. Von den Orangen das obere und untere Ende, dann die Schale samt der weißen Innenhaut abschneiden. Die Orangenfilets zwischen den Trennhäuten herausschneiden, den Saft auffangen und beides in die Schüssel geben. Den Chicorée quer in etwa 2cm dicke Schiben schneiden und ebenfalls in die Schüssel geben. Die Oliven entsteinen und halbieren. Die Zwiebel in dünne Scheiben schneiden. Alle weiteren zutaten in die Schüssel geben und behutsam vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Der Reis:
Den Reis gründlich abspülen und in einer Schüssel 1-2 Stunden mit Wasser und dem Slaz gut bedeckt quellen lassen. Anschließend in einem schweren Topf mit etwa 400ml mehr Wasser füllen und bei hoher Temperatur zum kochen bringen. Nach etwa 1 Minute die fein gehackten Zwiebeln und Kräuter unterrühren und etwa 1-2 Minuten köcheln lassen und dann in ein Sieb abgießen. Den Topf ausspülen und abtrocknen. Das Rapsöl darin erhitzen. Die Kartoffel schälen und in dünne Scheiben hobeln. Leicht überlappend auf dem Topfboden verteilen und etwa 2 Minuten anbraten. Vom Herd nehmen und abkühlen. Die Kartoffeln mit 2 Esslöffel Wasser beträufeln, dann den Reis darauf aufhäufen. Mit dem Stiel eines Kochlöffels 5 tiefe, etwa 1,5 cm breite Löcher bis hinunter zu den Kartoffeln in den Reis bohren, so dass der Dampf zirkulieren kann. Mit 1 Esslöffel Wasser beträufeln und mit einem Deckel ferst verschließen. 1-2 Minuten stark erhitzen und dann auf niedrigster Temperatur 20 Minuten garen. Vom Herd nehmen und 10 Minuten weiter dampfen. Joghurt mit Sauerrahm verrühren, das Olivenöl leicht unterziehen und auf oder neben dem fertigen Reis anrichten.
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Praxistest - ★★★★★★★
Der iranische Kräuterreis (Sabzi Polo heißt in etwa grüner dampfgegarter Reis) klingt sehr bescheiden, aber gerade die frische Joghurtnote als auch die knusprigen Kartoffeln - ich weiß nicht, ob sie tatsächlich zum Verzehr angedacht sind, aber ich kann nur raten sie nicht zu übersehen! - machen daraus eine wirkliche Leckerei. Die Zubereitung, wenn auch etwas kompliziert klingend, ist letztlich einfach und erlaubt es in der Zwischenzeit den Salat zuzubereiten. Der begeistert durch die kombination der süßen Orangen, des bitteren Chicorées - ich bekam allerdings keinen roten - , den salzigen Oliven und dem erdigen Aroma der roten Beete. Ich habe neben diesen beiden bereits ein halbes Dutzend weiterer Gerichte ausprobiert und bin begeistert.

Geben wir nun die Einzelwertungen in meine geheime Formel mit der Bauchgefühlskonstanten ein, erhalten wir folgendes, subjektives Ergebnis:

Gesamtwertung - ★★★★★★☆
Mehr als ansehnlich und trotz kleiner Einschränkungen eine Empfehlung wert.

Ottolenghi Genussvoll Vegetarisch
Yotam Ottolenghi
Genussvoll Vegetarisch -mediterran, orientalisch, raffiniert
280 Seiten, gebunden mit wattiertem Einband und rund 140 Farbfotografien und zahlreichen Illustrationen
erschienen bei Dorling Kindersley Verlag
ISBN 978-3-8310-1843-7
Preis: 24,95 €

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