Freitag, 15. April 2011

Frittierter Blumenkohl

In den letzten Wochen gab es in den diversen Supermärkten unseres Ortes des Öfteren Blumenkohl im Angebot. Und da ich an einem dicken, roten und möglichst noch mit Prozentzeichen versehenen Angebotsschildchen nicht vorbeikomme, stand dementsprechend nicht gerade selten der Blumenkohl auf dem Speiseplan. Da die Kamerafrau nicht gerade ein Suppenkasper ist fiel diese Variante bisher flach und wird es bis auf Weiteres auch weiterhin tun. Ansonsten gab es ihn bisher unter anderem schon als einfaches Beilagengemüse, in Form eines Nudelauflaufes und bereits zweimal als Blumenkohl-Frittata, wie ich sie bei Zorra von 1x umrühren bitte gefunden habe. Ein tolles Rezept, dass ich nur jedem weiterempfehlen kann.
An dieser Stelle möchte ich aber ein anderes Blumenkohl-Rezept präsentieren, das ich ebenfalls an anderen Stelle gefunden habe. Und zwar bei Petra von Chili und Ciabatta. Bei ihr wird es betitelt als Blumenkohl-Beignets mit Schnittlauch-Dipp. Bei mir heisst es einfach nur: Frittierter Blumenkohl. Was nämlich ein Beignet ist musste ich selbst erstmal googlen. Und da hier auch mal der ein oder andere kulinarische Tiefflieger unterwegs ist (sorry, George) wollte ich es etwas klarer Ausdrücken. Aber nun zum Rezept. Es hat mich wirklich begeistert. Der Brandteig erfordert zwar etwas mehr Aufwand als ein einfacher Tempurateig, aber es lohnt sich. Die Blumenkohlröschen befinden sich damit in einem Brandteigwölkchen, das überraschend luftig ist. Den Schnittlauchdip habe ich mangels Schnittlauch in einen Currydip verwandelt. Hierfür habe ich einfach etwas Schmand mit Salz und Currypulver abgeschmeckt. Hat auch geschmeckt. Alles in allem ein super Fingerfood und in Sachen Gemüse sicher sehr variabel. Probiert es aus.

Frittierter Blumenkohl

Frittierter Blumenkohl

Zutaten:
500g Blumenkohl
300g Kartoffeln
150ml Wasser
125g Mehl
40g Butter
3 Eier
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
1 Liter Öl zum Frittieren

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen und danach schälen. Den Blumenkohl in Röschen teilen und blanchieren.
Für den Brandteig Wasser, Butter und etwas Salz zum Kochen bringen, das Mehl hinzufügen und glattrühren. Solange weiterrühren bis ein Kloß entsteht, der sich vom Topfboden löst. Diesen dann in eine Schüssel geben. Die Kartoffeln stampfen und dazugeben oder besser durch eine Kartoffelpresse in die Schüssel pressen. Die Eier hineinschlagen, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und alles kräftig miteinander vermischen. Am besten mit dem Knethaken. Jetzt die Röschen untermischen. Mit Löffeln lassen sich nun sehr gut kleine Klöschen formen, die dann in heißem Öl frittiert werden.
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Mittwoch, 13. April 2011

Der Deutsche See-Filmpreis 2011 - Mach mit!

Auf die Frage, ob die Scholle auch links herum schwimmt haben die Macher des Deutsche See-Filmpreises 2011 leider noch keine Antwort erhalten. Aber ich bin guter Dinge, dass sich das noch ändert.
Filmpreis? Scholle? Deutsche See? Richtig! Wenn ihr nochmal scharf nachdenkt erinnert ihr euch an unseren Eintrag zum Deutsche See-Filmpreis. Wir wurden für eben diesen Filmpreis zur Jury erkoren und als Mitglied dieser möchte ich zum Ende des Wettbewerbes nochmal kräftig die Werbetrommel rühren. Bittesehr:


Und hier nochmal alle nötigen Informationen in aller Kürze: Jeder Film- und Kochbegeisterte ab 16 Jahren kann noch bis zum 29.April auf dem Youtube-Kanal des Deutsche See-Filmpreises ein Video zum Thema "Genuss aus dem Meer" hochladen. Die Youtube-Nutzer wählen aus allen Einsendungen ihre Top10, die dann von der Jury sortiert wird. Zu den Bewertungskriterien zählen vor allem Unterhaltung, Kreativität und Information. Zu gewinnen gibt es auch eine ganze Reihe toller Sachen:

1. Platz: Kuttertörn, Kräuter-Einmaleins und Cooking-Event bei "Deutsche See" in Bremerhaven.

2. Platz: Ein Apple iPad.

3. Platz: Warengutschein über 300 Euro für feinste Fischspezialitäten aus dem Sortiment von "Deutsche See".

4. bis 10. Platz: Das Buch  „Die See: Das Culinarium der Meeresfische“.

Na wenn das mal nichts ist. Wären wir nicht Jury, hätten wir sicher selbst die Chance beim Schopf ergriffen und versucht uns einen dieser Preise zu sichern. Die sind nämlich wirklich toll! Also ran ans Werk. Schreibt ein Drehbuch, dass sich rund um das Thema Fisch dreht und reicht es noch schnell auf Youtube ein. Jetzt höre ich von allen Seiten wieder: "Ich kann aber nicht Filmen.", "Mir fällt nichts ein.", "Ich mag keinen Fisch." oder sonst irgendeine Ausrede. Güldet jetzt nicht mehr. Die Wahrscheinlichkeit einen der begehrten Preise abzuräumen ist nämlich verdammt hoch, denn leider haben bisher erst zwei Beiträge den Weg zu Youtube gefunden. Zwei von zehn Plätzen in der so wichtigen Top10-Liste sind erst belegt. Also bitte. So nah standet ihr sicher noch nie vor einem so tollen Gewinn. Ran an die Kamera und auf gehts. Der Einsendeschluss bleibt der 29.April. Das ist nicht mehr viel Zeit, aber viele von euch haben nicht zuletzt beim NKFOM-BlogQuiz gezeigt, dass sie solchen Aufgaben gewachsen sind. Natürlich könnt ihr euch vorher schonmal anschauen, was die Konkurrenz so zu bieten hat. Hier sind nämlich die beiden bisher eingerichten Wettbewerbsbeiträge.



Montag, 11. April 2011

Chew - Rote Beete Suppe

ChewChew erzählt die Geschichte um Detective Tony Chu und dessen unglaublicher Fähigkeit: Er ist Cibopath. Cibo-was? Nein, ich habe es auch nicht gewusst. Es bedeutet, dass er psychische Eindrücke von allem bekommt, was er isst. Tatsächlich von allem. Das Aufblühen der Kirschbaumblüten der verspeisten Kirsche in dem Kuchen, aber auch die erlittenen Qualen der Kuh die jetzt das Steak auf seinem Teller ist. Diese Fähigkeit macht aus ihm nicht nur einen strengen Vegetarier, es verhindert letztlich, dass Chu Essen überhaupt genießen kann – außer Roter Beete, die löst in ihm eine beruhigende Stille aus. Das klingt zunächst grotesk, aber Chew ist frischer und origineller als vieles was in den letzten Jahren außerhalb des Supherlden-Genres neu auf dem Comicmarkt erschienen ist.

Die Geschichte ist in Philadelphia angesiedelt und spielt in einem postpandemischen Amerika, in dem die Vogelgrippe über 30 Millionen Menschen den Tod brachte. Dieser sehr überzogene Hintergrund bietet jedoch vor allem ein Setting, in der sich die Geschichte um Tony Chu und seiner speziellen Fähigkeit entfalten kann, denn nach dem Bann allen Geflügels von den Speisekarten dieser Welt, ist die Food & Drug Administration, kurz FDA – sozusagen die Lebensmittelaufsicht - unter einer totalitären Regierung zur mächtigsten Organisation der Welt geworden, die sich vor allem mit all jenen Kapitalverbrechen auseinandersetzen muss, die von der Lebensmittelindustrie begangen werden. Die visuellen Visionen eines Geschmacksthelepathen kommen der FDA in der Zeit nach der Hänchenprohibition und dem daraus resultierenden Machenschaften der Chickenmafia daher gerade recht. Und sie nötigen Chu deshalb auch an Leichenteilen zu knabbern. Brechreiz im Namen für Recht und Ordnung. Und so entfaltet sich eine so clevere wie exzentrische Geschichte über Tony Chu und dessen bizarren Fähigkeit sich an der Aufdeckung von Verbrechen zu beteiligen. Während die einzelnen Episoden auch für sich genommen Spaß machen, zeichnet sich aber schnell ab, dass eine große, auf 60 Ausgaben angelegte Erzählung im Hintergrund schlummert, die unter anderem menschliche Abgründe, Verschwörungstheorien, und eine Liebesgeschichte bereit hält.

Die Erzählung bezieht ihren Reiz jedoch nicht stumpf aus der vorpupertären Freude am Ekel, sondern entwickelt vor diesem Hintergrund Kriminalgeschichten mit schwarzem Humor und einem makaberen Blickwinkeln auf die Lebensmittelindustrie. Autor John Layman weiß die Geschichte auf eine clevere Weise zu erzählen und es ist eine Freude – wenn auch manchmal eine eklige Freude – sie zu lesen. Die leicht überzogenen, stilisierten Zeichnungen in den blassen Pastelfarben von Rob Guillory beweisen einen eigenständigen, charmanten und originellen Stil, der perfekt mit der morbiden Stimmung der Geschichte harmoniert und Laymans Script fantastisch visualisiert.

Der Erfolg des beim unabhängigen Image Verlag veröffentlichten Comics brachte Layman und Guillory bereits kurz nach der Veröffentlichung Harvey und Eisner Awards ein, kletterte auf die New York Times Bestsellerliste – ach, wann werde ich mal einen Comic in der Spiegel Bestsellerliste sehen? - und der US Pay-TV Sender Showtime plant derzeit eine Verfilmung im Serienformat. (Nur so als Tipp: Ken Leung – Miles, aus Lost – wäre die perfekte Besetzung für Chu. Ich spreche hier von Robert Downey, jr. als Tony Stark perfekt!) Auf deutsch sind die ersten fünf Ausgaben bei Cross Cult erschienen, die ich all denen wärmstens empfehlen kann, die der englischen Sprache nicht ausreichend mächtig sind. Ich ziehe das englische Original zwar wie so oft vor, aber die Übersetzung ist nicht schlecht. (Wobei mir mal irgendjemand erklären muss, weshalb immer wieder diese deutschen Dialekte auftauchen müssen. Ein schwäbelnder Suhsi Koch in Philly? Das erscheint mir so clever wie Frau Farbissina damals plötzlich sächsisch sprechen zu lassen.)

Und um den armen Chu nicht noch mehr zu belästigen, gibt es daher heute ein Rote Beete Rezept. Eine Rote Beete Suppe, die ihm hoffentlich genauso gut schmecken würde wie mir.

Chew - Rote Beete Suppe
Rote Beete Suppe

Zutaten:
250g Rote Beete
1 Zwiebel
100g Kartoffeln
1 Karotte
1cm Ingwer
500ml Gemüsebrühe
50ml Sahne
1 El Butter
Muskat
Salz & Pfeffer

Zwiebel und Ingwer hacken, Rote Beete und Kartoffeln schälen und würfeln, Karotte klein schneiden. Butter in einem Topf erhitzen, die Zwiebeln kurz darin glasig dünsten, dann das restliche Gemüse darin gut 5 Minuten anbraten. Gemüsebrühe hinzugeben, aufkochen lassen und dann etwa 20 bis 30 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln. Anschließend pürieren. Wer es rustikal möchte, kann jetzt die Sahne hinzugeben, ansonsten alles zuvor durch ein Sieb schlagen und erst danach die Sahne unterrühren. Mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken.
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Mehr Beiträge aus der Reihe Essen wie im Film.

Freitag, 8. April 2011

Ich hab den Nulldurchblick

 
Sieht aus wie Bohnen, riecht wie Bohnen, schmeckt wie Bohnen, sind Bohnen.

Mittwoch, 6. April 2011

Netznachbarn: Webcomics

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es in den großen Tageszeitungen Comic Strips. Sequentielle Kunst sagt man auch dazu, denn es werden in einer Bildabfolge kurze Geschichten erzählt. Ein Großteil dieser Daily Strips bestehen aus drei oder vier Panels - den einzelnen Bildern - und die Kunst besteht nun darin, von der Exposition des ersten Bildes, über die Entwicklung im zweiten und ggf. dritten Panel zur Pointe im letzten zu gelangen. Calvin & Hobbes, Garfield, die Peanuts oder Hägar sind einige jener Strips, die auch in deutschen Zeitungen seit Jahrzehnten immer wieder auftauchen und leider immer und immer wieder in Schleife laufen, als gäbe es nichts Neues. Nur wenige Zeitungen gönnen sich einen eigenen Strip - etwa Tom Touché in der taz -, die meisten greifen auf Bestandsmaterial zurück. Die Chancen die eigenen Comic Strips in einer Zeitung abgedruckt zu sehen stehen also nicht sonderlich gut. Sprung in das Zeitalter des Internets. Hiermit ergab sich nicht nur die Möglichkeit seine eigenen Arbeiten im Netz einer breiten Leserschaft zu präsentieren, man war auch nicht mehr an die strikten Restriktionen der vertreibenden Zeitung gebunden, wie Farbwahl, Größe oder Thematik. Die Zeit der Webcomics kam auf und es werden beinahe täglich mehr und dennoch hat sich interessanter Weise die klassische Comic Strip Darstellung mit drei oder vier Panels weitestgehend durchgesetzt.

Es gibt zahllose Webcomics im Netz und es ist kaum möglich sich einen guten Überblick zu schaffen. Nicht sonderlich überraschend dürfte für die meisten von euch sein, dass ich einige Serien regelmäßig lese, in dem Sinn tummeln sich einige Webcomics also in unserer direkten Netznachbarschaft. Ich hatte ursprünglich vor nur einen einzigen Comic hier näher zu betrachten und mit einem kleinen Interview vorzustellen, aber es war mir leider unmöglich mich zu entscheiden. Daher ist unser heutiger Netznachbar sozusagen eine WG. Ladies and Gentlemen, hier ist meine persönliche Top5 die ich euch wärmstens ans Herz legen kann, aber selbstverständlich nehme ich auch Leseempfehlungen eurerseits gern entgegen – im deutschsprachigen Raum kenne ich mich etwa so gut wie nicht aus.

Platz 5: Axe Cop
Die Serie dreht sich um – das dürfte jetzt zurecht kaum jemanden überraschen – einen Polizisten mit einer Axt. Dass dieser seine Axt dafür verwendet um Bösewichten den Kopf abzuschlagen („Freeze or I'll chop your head off!“) dürfte schon eher überraschend sein. Sicherlich überraschend ist, dass Axe Cop einen Schurken an der Art dessen Fußtritts erkennen kann, dass er einen T-Rex reitet, der Maschinengewehr-Arme hat und dass sein Partner eine anthopomorphe Avocado ist (ehemals Flöten-Cop, ehemals Dino-Cop)! Das überraschendste an Axe Cop ist jedoch das Brudergespann, welches dahinter steckt. Ethan Nicolle ist ein Comic Zeichner in seinen frühen Dreißigern, der bereits einige Preise abgeräumt hat und jetzt illustriert, was sein Bruder Malachai sich ausdenkt. Der ist allerdings erst 5 (in Worten: fünf!) Jahre alt. (Na gut, mittlerweile ist er sieben.) Es ist diese unglaubliche kindliche Fantasie, die Ethan zu visualisieren weiß, und die diese Serie zu einem großen Spaß werden lässt und all die Absurditäten in den Handlungen und Charakteren erklärt. (Hätte ich mal die von mir erdachten Star Wars Stories aufgehoben, die ich mit fünf meinem Vater diktierte...) Natürlich steht hier die absurde Action und die surrealistischen Storytwists im Vordergrund und Subtilität wird weitestgehend vermisst. Aber im Ernst, wer will schon Subtilität, wenn Axe Cop in der Lage ist Chuck Norris zu verprügeln?

Platz 4: Girls with Slingshots
In eine ganze andere Richtung geht dieses klassische vier Panel Webcomic von Danielle Corsetto. Im Zentrum steht die junge Hazel Tellington, die versucht ihr Leben nach dem Collegeabschluss zu managen. Ihr zur Seite steht ihre beste Freundin Jamie McJack, die gegensätzlicher nicht sein könnte: Hazel ist groß, hager, nerdig, verschlafen und versucht verzweifelt ein gutes Date zu ergattern. Jamie hingegen ist klein, rundlich, romantisch, quirlig und muss dank ihrer gut eingesetzten Reize niemals selbst für einen Drink zahlen. Um die beiden herum gibt es eine ganze Reihe liebevoller Nebencharaktere. Es geht um Erwachsenwerden und zwischenmenschliche – platonische als auch girl-meets-boy und girl-meets-girl - Beziehungen. Es geht um Trinken, Sex und ums sich zusammenreißen. Es geht um Es, Ich und Über-Ich, oder so ähnlich. Und um den sprechenden Kaktus McPedro. Sehr humorvoll und mit einem guten Gespür für die kleinen Details des Lebens weiß Corsetto ihre Geschichten zu erzählen.

Platz 3: Questionable Content
Ebenfalls mit nur vier Panels kommen die Geschichten von Jeph Jacques daher, die irgendwie das Webcomic Pendant zu Friends sein könnten, nur cleverer und mit mehr Witz. Im Kern dreht es sich um den Mittzwanziger Marten, der im Nirgendwo von Massachusetts versucht selbstständig zu werden und sich ein Appartement mit der smarten, aber von massiven Komplexen beladenen Faye teilt, die wiederum in einem kleinen Café arbeitet – das Coffee of Doom und würde ich in einem Café arbeiten wollen, dann bitte in diesem -, welches Dora Besitzt, ihrerseits irgendwie Lovinterest von Marten. Hinzu kommen eine große Auswahl an sehr runden Nebenfiguren – inklusive einem sprechenden Roboter, so etwas wie ein iPad nur mit mehr Persönlichkeit -, die Jacques über mittlerweile sieben Jahre hinweg liebevoll entwickelt hat. Dabei werden die Geschichten um Wortspiele, Kaffee, Erwachsen werden, Beziehungen, Alltäglichkeiten und eine Vielzahl von Referenzen und geführten Diskussionen über Bands, von dessen bestehen man bis dato oft nichts ahnte, niemals langweilig. (Kenner werden übrigens in diesem Eintrag bemerken, dass nicht nur ich Fan bin.)

Platz 2: The Order Of The Stick
Wieder eine ganz andere Richtung schlägt die von Rich Burlew erschaffene Reihe ein: Fantasy und Rollenspiel Klischees. Burlew gelingt es mit einer Horde an Strichmännchen eine ausgefeilte, spannende und äußerst humorvolle Geschichte um den Kampf zwischen Gut und Böse innerhalb des Regelwerks von Dungeons & Dragons zu skizzieren. Zentrum der epischen Erzählung ist eine typische Heldengruppe: Roy, der mutige, rechtschaffene Krieger, Haley, die zynische, geldgierige Schurkin, Elan, der völlig naive und meist nutzlose Barde, Vaarsuvius, der/die androgyne Elfen Magier, Durkon, der Zwergen Kleriker mit Hang zum ganz großen Pathos und Belkar, der chaotisch böse Halbling Waldläufer (mit mehreren Stufen Barbar). Das großartige an den meist zwölf Panels langen Geschichten ist, dass die Figuren in dieser Welt permanent die vierte Wand durchbrechen. Ihnen ist klar, dass sie detaillose Strichmännchen sind. Ihnen ist klar, dass Würfel über ihr Schicksal entscheiden. Ihnen ist klar, wie ihre Erfahrungspunkte berechnet werden. Ihnen ist klar, dass sie die Protagonisten eines Comics sind. Und ihnen ist klar, was die Regeln von Fantasy und Rollenspiel diktieren: Wenn etwas SEHR unwahrscheinlich ist, ist es beinahe sicher, dass es eintrifft und desto größer eine Horde von namenlosen Lakaien ist, desto leichter werden sie sich besiegen lassen.

Platz 1: The Adventures of Dr. McNinja
Wie kann man auch nur annähernd beschreiben, was diese Reihe ausmacht? Nun, zum einen ist der Protagonist Arzt. Und Ninja. Er kämpft gegen überlebensgroße Holzfäller, er wird begleitet von seinem treuen Gefährten, dem zwölfjährigen Gordito Delgado, der aus purer Willenskraft einst einen Schnurrbart wachsen lies, und er hat Dracula auf dessen geheimen Mondbasis mal ordentlich eins auf die Mütze gegeben. Das Comic wird durch die sehr ausgefeilten Plots vorangetrieben, die sich teilweise auf über 70 Seiten erstrecken – wobei Chris Hastings, der Macher, jeweils eine Seite veröffentlicht. Das faszinierende ist, dass die Geschichten völlig absurd und surreal zu sein scheinen, und desto mehr dies gesteigert wird, desto plausibler und nachvollziehbarer werden sie. Klingt unglaublich? So ist es. Aber ihr könnt dem Doctor trauen, denn he knows science! Und er weiß, dass es völlig absurd und vor allem klischeebeladen ist, gefrorene Kleeblätter (!) als Wurfsterne (!!) zu verwenden, nur weil er Ire ist (!!!) - und ein Ninja (!!!!) -, aber er weiß nun einmal was ein McNinja tun muss, wenn es heißt Piraten zu bekämpfen (!!!!!)! Ernsthaft, ganz, ganz groß!

Netznachbarn
ist eine fortlaufende Reihe, in der wir Seiten vorstellen, die wir selbst regelmäßig besuchen.

Montag, 4. April 2011

Kochclash #6: One flew over the CousCous Nest feat. Royal Crumble

BAM!
Drüben bei Stiller wurde unlängst von ihm und Hannah Runde #6 des unaufhaltsamen Kochclashs ausgerufen. Jim machte bei Nummer 5 mit und da diesmal von den beiden nicht nur der Kampfschrei Vegetarisch! ertönte, sondern Stiller auch noch mit der Vegan Police anbandelte (vgl. Scott Pilgrim), konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mit zu clashen. Kochclash? Du machst aus acht vorgegebenen Zutaten plus einer handvoll Basics ein Gericht. Die erste Zutat kommt von Hannah und Stiller gemeinsam (Couscous), dann jeweils drei von jedem einzelnen der beiden (Hannah: Lauch, Erdbeeren, Schokolade / Stiller: Joghurt, Paprika, Limetten) und dann noch eine weitere von den Lesern ditktierte (Nüsse). Let's get it on!

Die beiden haben wirklich ein paar Leckereien zubereitet und ich schließe mich dem Common Sense an und gebe den Punkt für das Hauptgericht an Hannah, den für den Nachtisch an Stiller. Auch ich hatte natürlich kurz darüber nachgedacht alles in einen Topf zu werfen, habe mich dann aber ebenfalls für den konservativen Weg entschieden und klassisch ein Dessert (Erdbeeren, Schokolade, Nüsse, Joghurt) und ein Hauptgericht (alle Zutaten minus Erdbeeren und Schokolade) zubereitet: CouscousCoins mit Fladenbrot und Joghurt feat. Erdbeer-Joghurt-Mash-Up mit Crumble. Das ganze hat zwar Ähnlichkeit mit den Resultaten der anderen Kochclasher, war aber (dennoch/deshalb?) sehr lecker wie ich finde. Unter anderen Umständen hätte ich noch das ein oder andere zugefügt (frischer Koriander, getrocknete Tomaten), aber a Kochclasher has to do what a Kochclasher hast to do. Einziges Problem stellten die Erdbeeren dar, denn die haben ganz gewiss noch keine Saison und ich wollte eben keine aus Oz oder Narnia einfliegen lassen. (So'n Spökes darf der Stiller machen.) Also habe ich die süß eingekochte Variante gewählt und den Saft schon mal getrunken. Was fehlt noch? Ein Name. So ein Essen kann nicht - vorallem nicht in Anbetracht der popkulturellen Gelehrigkeit des Herrn Stiller - ohne einen guten Namen rausgehen. Aber den habt ihr ja jetzt schon gelesen.

One flew over the CousCous Nest feat. Royal Crumble

One flew over the CousCous Nest
feat. Royal Crumble


Zutaten:
100g Couscous
1 Paprika
1 Stange Lauch
2 handvoll Nüsse von General Kaschew
1 Ei
1 Tl Backpulver
200g Mehl
200g Joghurt
1 Tl Currypulver
Paniermehl
Salz & Pfeffer
100g Erdbeeren
1 Limette
50g weiße Schokolade
50g Butter
50g Zucker
One flew over the CousCous Nest:
Für die Fladenbrote
100g Mehl, 100g Joghurt, Backpulver und eine kleine handvoll feingehackter Lauch mit den Händen zu einem homogenen Teig verkneten. Danach in Frischhaltefolie wickeln und für 1 Stunde in den Kühlschrank legen. Anschließend den Teig in 4 Stücke teilen und jedes etwa 5mm dick ausrollen und in einer heißen Pfanne mit etwas Öl von beiden Sieten etwa 2 Minuten braten.
Für die CousCousCoins
Couscous in etwa 200ml heißem Wasser gut 10 Minuten quellen lassen. Paprika, restlicher Lauch und eine handvoll Nüsse klein hacken.  Alles mit dem Couscous vermengen. Mit Curry sowie einer kräftigen Prise Salz und Pfeffer sowie dem Ei vermengen. Patties daraus formen, in Paniermehl welzen und dann in Olivenöl von beiden Seiten etwa 5 Minuten knusprig und goldbraun braten. Coins auf Fladenbrot, etwas Joghurt on top und los. Geht auch super to go!
Royal Crumble:
Für das Erdbeer-Joghurt-Mash-Up
Die Erdbeeren mit dem Saft der Limette vermengen. Schokolade raspeln. Abwechselnd schichtweise Erdbeeren, Schokolade und den restlichen Joghurt in ein Glas füllen.
Für die Streusel
100g Mehl, den Zucker, eine handvoll kleingehackter Nüsse und die Butter mit der Hand vermengen, bis alles schön krümelig ist. Etwa 40 Minuten bei 180° goldbraun backen. Anschließend etwas abkühlen lassen un dann auf das Mash-Up geben. Let's get ready to crumble!
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Samstag, 2. April 2011

April, April

Vielen Dank für die vielen Kommenatare gestern, unser Aprilscherz hat euch offensichtlich soviel Spaß gemacht wie uns! Für all diejenigen, die gestern nicht bei uns vorbeischauten: wir hatten kurzfristig aus unserer Küche eine Wiese gemacht. Eine Volksmusikwiese. "Johann's & Gregor's Volksmusikwiese" um genau zu sein. Die beiden Rentner beschrieben in ihrem Eintagsfliegendasein ihre Liebe zur Volksmusik, zu Gartenzwergen und dem Hund Jockel. Festlich geschmückt mit vielen blinkenden gif-Animationen und tollen Videos. Ich glaube, es wurden auch alle kleinen Details entdeckt, die wir für Neugierige bereithielten. Jeder Link führte euch unwiderruflich zu diesem Video (Was ist eigentlich "Rick Rolled"?) und beim Klick auf die Profile gelangtet ihr tatsächlich zu detailierten Profilbeschreibungen und Fotos der beiden Herrn. Naja, Johann, als großer Andrea Berg Fan, widmete ihr sein Profilfoto. Ein kleiner Bonus, der so gar nicht geplant war, war übrigens, dass wir bei Kommentaren in anderen blogspot-Blogs auch als Gregor bzw. Johann geführt wurden - samt Profilbild. Für den Fall, dass euch einer der beiden also plötzlich schrieb: gern geschehen. Jetzt ist der Spaß aber zuende und wir verabschieden und von Johann und Gregor. (Zumindest für ein Jahr...)


Jetzt bleibt nur noch anzumerken, dass ihr für uns abstimmen könnt, falls ihr möchtet, bei der Wahl zum "Superblog 2011". Eine sehr kritische und berechtigte Auseinandersetzung damit könnt ihr hier in den Kommentaren lesen. Wir möchten darauf hinweisen, dass, falls ihr abstimmen möchtet, ihr nicht auf die Betreiber Homepage geleitet werdet und keine Werbeangebote zu sehen bekommt, sondern lediglich auf der Umfragenseite bleibt, auf welcher ihr in mehreren Kategorieen Blogs wählen könnt. Vielen Dank dafür, falls ihr mitmachen möchtet, wir verstehen aber auch, wenn ihr es ablehnt.

Macht's euch schön,
Euer Gregor.

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